"Man wird da sehen..."

Aus dem Schwäbischen Tagblatt Tübingen von heute unter der Schlagzeile

Kunsthalle greift Streit um „Stuttgart 21“ auf

„...Die Tübinger Kunsthalle hat vor genau zehn Jahren mit dem Fischer-Schüler Erich Mendelsohn schon einmal einen hervorragenden Architekten per Retrospektive in den Fokus der Aufmerksamkeit gestellt. Anders als bei Mendelsohn, der bald aus Nazi-Deutschland fliehen musste, ist der Fall bei Bonatz anders gelagert und der politische Schwerpunkt wohl auch mehr auf die Gegenwart gesetzt – durch „Stuttgart 21“. Tübingen holt damit „die Regionaldebatte“ hierher, findet Kunsthallen-Kurator Daniel J. Schreiber, der die Bonatz-Schau nach der ersten Station im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt dann im nächsten Frühjahr übernehmen wird.

Man wird da sehen, so Schreiber, wie wichtig die Flügel für den Bahnhofsbau sind: „Man kann doch auch nicht einfach einen Arm abschneiden.“ Nun sollte man den Einfluss solcher Ausstellungen nicht überschätzen: Selbst wenn diese Bonatz-Ausstellung zeitiger käme (oder gar in Stuttgart selbst statt fände), ließe sich der Abriss kaum mehr stoppen. Er ist auf Herbst diesen Jahres festgesetzt.“

Kosten S 21

Steffen Siegel von der Schutzgemeinschaft Filder e.V. bei der K21-Montagsrede am 22. März 2010 zu den Kosten (Untergrenze 6,5 Milliarden):

„Der Mensch kann sich eine Milliarde nicht vorstellen. Wenn man jeden Tag, auch sonntags,  100 000 Euro aufbringen würde, so müsste man dies 178 Jahre lang tun, um  6,5 Milliarden Euro zusammenzubekommen.
Vor 178 Jahren hätte man also anfangen müssen, täglich 100 000 € zu sparen, um es heute beisammen zu haben.  
Vor 178 Jahren, das wäre  1832, starb Johann Wolfgang  von Goethe…“

Ganze Rede
hier lesen.

Immer noch aktuell?

Aus einem „alten“ Artikel einer Architekturzeitschrift. Heute aktueller denn je, bevor die Stadtzerstörung angefangen hat!

„Allein das Geld, das seitens der Macher derzeit in Werbung gesteckt wird, schmerzt entsetzlich. Die Blamage scheint unausweichlich.


In der oberen Erschließungsebene. (Bild: Animation Fraunhofer IAO)

Irrtum ist nicht gar so schlimm, wenn Einsicht aus ihm folgt. Auf die wartet man in Stuttgart. Ein neues Projekt, das dem Erkenntnisstand aus 16 Jahren Planungszeit, einer völlig veränderten Stadtentwicklungsproblematik in Europa und der Energie- und Ressourcenkalamität weltweit Rechnung trägt, ist dringend geboten. Es mag bereits viel Geld in die Planung geflossen sein, aber erweist sie sich als Fehlplanung, wird ein stringentes, neues Konzept immer noch billiger. Aber wie kann es einer trägen, schwerfälligen, verkrusteten und in weiten Teilen verfilzten Gesellschaft wie der unserigen gelingen, ein Dinosaurierprojekt zu bremsen?“

CDU im Amtsblatt

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stuttgarter Gemeinderat Fred-Jürgen Stradinger (Memory 11) schreibt im neuen Amtsblatt:

Das Bahnprojekt ist intensiv durchgerechnet.

Zu Stuttgart 21 gibt es keine Alternative.

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Wenn das Erscheinungsdatum des Amtsblatts der 1. April gewesen wäre, könnte man beide Thesen Stradingers einordnen. Richtig ist
jedenfalls aus der Sicht der informierten Bürgermehrheit:

Das Bahnprojekt ist gefährlich herunter gerechnet, eine Kostenlüge.

Zu Stuttgart 21 gibt es die bessere Alternative Kopfbahnhof 21.

Rote Fahnen

Thomas Braun in der Stuttgarter Zeitung:

„Zunehmend mischen sich freilich auch Kapitalismusgegner wie die Marxistisch-Leninistische Partei (MLPD) oder die Sozialistische Alternative (SAV) unter die Protestierer – zum Schrecken mancher bürgerlicher Demonstranten.“

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Kommentar: Die Roten Fahnen und Flugblätter der MLPD sind wohl unvermeidlich, wenn auch für die Sache der Kopfbahnhof-Befürworter kontraproduktiv.

MLPD: Ihr habt Eure Chance gehabt im „Sozialismus“ vieler Ländern der zivilisierten Welt. Überall seid Ihr gescheitert, wo Rote Fahnen dominiert haben - das ist bitter für Euch. Lasst die Fahnen und Flugblätter künftig zu Hause und demonstriert mit uns durch Eure Anwesenheit für die bessere Alternative.

An die S-21-Befürworter in den Kommentaren: Die „Roten“ sind eine kleine Minderheit, auch die gehört zur Demokratie. Seht auf die
Kopfbahnhof-Unterstützer und auf Dauerteilnehmer wie Prof. Ostertag und Conradi, Walter Sittler und viele andere aus dem bürgerlichen Lager. Der Protest ist nur zum kleinsten Teil „rot“.

genau nachgeprüft

„Sehr geehrter Herr Drexler,
nach der mir vorliegenden Nr. 64 des Mühlacker-Tagblatts vom 18.03.2010 haben Sie am Vortag im Uhlandbau in Mühlacker vor 60 Besuchern für das Projekt Stuttgart 21 geworben.“
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Welche Fehler W. Drexler dabei gemacht und wie ein wirklicher Bahnfachmann ihm Paroli bietet steht
hier.

Die Jahrhundertchance??

Neu bearbeitet aus den „21 guten Gründen für Stuttgart 21“: „Jahrhundertchance für die Stadtentwicklung“.

Ergebnis:

Stuttgart 21 bietet nicht nur keine städtebauliche Chance für Stuttgart, sondern zerstört diese sogar.

Der Sündenfall

Die optische Ausradierung Stuttgarts für die Reisenden ist eine der Todsünden von Stuttgart 21. Weitere Todsünden sind die Bahnhofs-Massakrierung, die Schlossgartenvernichtung und die Verlegung des zentralen Busbahnhofs an den Stadtrand. Dagegen sind die „Vorteile“ klein bemessen - siehe 21 gute Gründe.

Fiasko scheibchenweise

Kommentar Jörg Hamann von den Stuttgarter Nachrichten:

Scheibchenweise kommen die Fakten auf den Tisch. Was für ein Fiasko nach 15 Jahren Planung!

Am Ende alles gut!

Gedanken zu einem Werbe-Trickfilm auf der Herz-Website (aktuell wieder in der Navigation unter „Meinungen“): „...Und am Ende steht in der Zeitung “Stuttgart 21 ist am Ziel”, und ich steige oberirdisch in einen ICE ein?...“

Menü 21

(Grobschmeckerlokal Bauhütte Tunnelblick, Chefkoch Parkschützer M.R.)

I

Tunnelsuppe Canaille

Großmaultaschen im Sauertopf auf Filzkraut

Halbgötterspeise mit fetter Absahne

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II

Prellbockzauber

Holzfällersteak Schlossgarten auf Spaltpilzen mit Spitzbuben

div. Stinkkäse

******

III

Nachtschattengewächs-Salat mit geschwätztem Senfdressing

Grillteller Lügenpack

Auswahl frisch betonierter Graukekse

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Getränke:

Rotwein Oettinger Schuldenberg

Weißwein Stuttgarter Sickergrube
(Weinhandlung Klamm & Klämmer)

Spaltpils

Grundwasser naturtrüb

Cafe Keuper, leicht quellend

Tunnelschnaps

Werbemüll-Werbefilm

Aus einem Werbefilm im Turmforum und bei You tube ab 3:43

„Entscheidend für das Gesamtprojekt: aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof wird ein leistungsfähiger (1) Durchgangsbahnhof. Das bedeutet: mehr Komfort für die Reisenden (2), beim Umsteigen (3) , bei der Ausfall (?? / Auswahl?) der Verbindungen, Kapazitäten (4), geschaffen für den Bedarf von Morgen (5).“
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Kritische Anmerkungen:
Dieser Text ist sehr ärgerlich durch seine Falschbehauptungen und Unterstellungen:

  1. (1)der Kopfbahnhof ist bereits jetzt leistungsfähig (der zweitpünktlichste Deutschlands!), im Vergleich zum Durchgangsbahnhof sogar leistungsfähiger (Vieregg-Rössler: ein optimierter Kopfbahnhof hat geschätzte 50% höhere Leistungsfähigkeit als S 21)
  2. (2) „mehr Komfort für die Reisenden“? Genau umgekehrt ist es, denn ein Kopfbahnhof wird von erfahrenen Bahnreisenden als unübertroffen komfortabel und übersichtlich empfunden durch ebene Wege, Tageslicht u.a.
  3. (3) Gerade das Umsteigen wird beim Tiefbahnhof erschwert durch die notwendigen Treppen und Aufzüge. Wenn der Anschlusszug nicht auf demselben Bahnsteig kommt bzw. steht, sind zwei Treppen/Rolltreppen/Aufzüge zu überwinden. Für Reisende mit viel Gepäck, Senioren, Radfahrer, Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen ist ein Kopfbahnhof unübertroffen bequem.
  4. (4) Der Sprechtext ist unverständlich geschnitten, ergibt keinen Sinn.
  5. (5) Fachleute behaupten, dass der Stuttgarter Flaschenhals-Bahnhof Kapazitätsprobleme bringen kann, er ist samt Zulaufstrecken später kaum mehr erweiterbar. Für den Bedarf von Morgen reicht ein ertüchtigter Kopfbahnhof völlig aus!

Ähnlich angreifbar sind viele weitere Sprechblasen des Werbetextes im
Film!

Unwahrheit oder Wahrheit?

Drexler in proper city und DB pressrelations vom 19. März 2010:

"Jeder kann im Bahnhof sehen, dass Stuttgart 21 gebaut wird. Wer angesichts dieser laufenden Baumaßnahmen behauptet, das Bahnprojekt sei noch zu stoppen, erzählt den Bürgern die Unwahrheit".
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In der Politshow mit Baustart am 2. Februar wird nachgelegt. Aber Stuttgart 21 ist kein Tsunami, der nicht zu stoppen wäre. Das ist die Wahrheit.

lebensentscheidend?

Oettinger am 2. Februar 2010 in der Kleinen Schalterhalle beim „Baustart“ im ARD-Interview:

„Stuttgart-Ulm ist für Baden-Württemberg lebensentscheidend.“

fauler Zauber

Hokuspokus: aus Z wird F ! aus ZOB wird FOB, das Z kommt weg. Der Busbahnhof ist nicht mehr Z entral, sondern F ern vom Zentrum. Am Flughafen, in Vaihingen, in Untertürkheim? Am 1. April droht ein böser Aprilscherz. Hallo Stuttgarter, lasst Ihr Euch das gefallen? Hallo Rathaus, was ist das für ein Murks? Nur ein Kollateralschaden oder eine verkehrliche Todsünde?

unsere-stadt


Das künftige Bahnhofsdach... Aus der neuen Website unsere-stadt.org mit Schwerpunktthema Stuttgart 21!

Herzpatient Stuttgart

Stuttgarter Parkzeitung (SPZ) vom 13.03.2010. Medizinisches Gutachten

Professor Dr. Hans Schönstadt von der Ärztevereinigung
Bleib ehrlich Doc hat den Patienten eingehend untersucht und festgestellt, dass er zwar ein nicht mehr ganz junges aber für sein Alter sehr leistungsfähiges Herz hat. Einzige Auffälligkeiten entstehen durch einen leicht erhöhten Blutdruck in den Morgen- und Abendstunden.
Ganze Satire
hier lesen.

öffentlicher Raum

Leserkommentar von U. vom 13.03.2010

„Stuttgart macht es besser. Es geht nicht nur um schnellere Zugverbindungen und den Anschluss von Flughafen und Messe an das Fernbahnnetz.
Es geht vor allem um den öffentlichen Raum, der im Stuttgarter Osten momentan von der Bahn nicht nur belegt, sondern auch zerschnitten wird. Stuttgart 21 gibt diesen Raum den Bürgern zurück, und das sollte uns das Projekt wert sein.“
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Hallo U., Sie machen ein U für ein X vor, wenig Ahnung vom Stuttgarter Osten und seiner Vergangenheit. Er bleibt durch die 7-spurige Autopiste auf jeden Fall „zerschnitten“. Die Mär von der
Jahrhundertchance „öffentlicher Raum“ ist längst entzaubert. Ins Reich der Fabel gehören auch die „schnelleren Zugverbindungen“.

Quantensprung??

Bopp in der Südwestpresse:
"Mit Stuttgart 21 und den dann möglichen Durchmesserlinien wird es einen Quantensprung für den regionalen Verkehr geben."
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Regionalpräsident Bopp hat mit seiner Werbung „Quantensprung" übersehen, dass Direktverbindungen = „Durchmesserlinien“ immer nur in eine Fahrtrichtung möglich sind:

Wohin soll‘s denn gehen? Zum Beispiel aus Richtung Schwäbisch Hall kommend ohne Umsteigen über den Knoten Stuttgart

nach Schwäbisch Gmünd?
nach Göppingen?
nach Tübingen?
nach Rottweil?
nach Pforzheim?
nach Bruchsal?
nach Heilbronn?

Es geht jedenfalls aus allen Richtungen nur bei einer (1) von sieben (7) Regional-Bahnlinien als Direktverbindung. Deshalb ist es ganz sinnvoll, wenn Regionalzüge in Stuttgart enden und wieder zurück fahren. Ohne Umweg. Aber sie könnten auch im Kopfbahnhof leicht in einer andern Richtung als „Durchmesserlinie“ weiter fahren, so wie es heute schon die RB Heilbronn nach Göppingen macht. Dass bei Stuttgart 21 die Züge weiterfahren, liegt doch daran, dass „Kopf machen“ kaum mehr möglich ist, ein entscheidender Nachteil der "Durchmesserlinien."

Herr Bopp, haben Sie sich wirklich detailliert mit Stuttgart 21 auseinandergesetzt? Anerkannte
Verkehrsexperten wie die Professoren Monheim und Bodack kommen nämlich zum gegenteiligen Ergebnis im Hinblick auf den „Quantensprung“.

Erdbeerlounge in der StZ

Leserkommentar in der StZ am 11.3.10 von „Erdbeerlounge“

Glaubt jemand allen ernstes, man könne ein Milliardenprojekt das täglich rund 1,4 Millionen verschlingt einfach kippen?

Oder anders herum der Kopfbahnhof entfernt sich von der Realisation täglich um rund 1,4 Millionen.

60,2 Millionen seit dem 02.02.2010 plus 2 Milliarden Rückabwicklung (Grundstücke usw.) müssen, “das ist unstreitig“ zum Kopfbahnhof zu gerechnet werden Tendenz steigend.
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Sehr geehrte Erdbeerlounge,

meine Antwort auf die Behauptungen ist
  1. Ja, es kann kippen, allerdings nicht „einfach“. Aber: woher haben Sie diese Zahlen? In welcher Lounge essen Sie Erdbeeren?
  1. Diese Argumentation ist belanglos. Schließlich sind die Wirkungen dieser Gelder positiv: Arbeitsplätze werden geschaffen, die Wirtschaft blüht auf… Die Kosten summieren sich in zwei Jahren auf etwa zwei Milliarden Euro. Wenn Stuttgart 21 aufgegeben wird und durch K 21 vier Milliarden eingespart werden, entfernt sich das Modell Kopfbahnhof 1,4 Millionen täglich für rund zwei Jahre vom Tiefbahnhof, ein Riesengewinn! Hallo Leser, Ihre bereinigte Rechnung veröffentliche ich an dieser Stelle.
  2. Die Strategie des Drauflosbauens trotz ungeklärter Genehmigungen und Kosten ist allzu durchsichtig. Der Wurmbau zu Babel verliert täglich an Akzeptanz und entfernt sich dadurch immer mehr von der Realisation.
Mit freundlichen Grüßen
Siegfried Busch

Valentin Bayha zu den „1,4 Millionen täglich“:
„...lasst Euch nicht von diesem Gerede von "Erdbeerlounge" beeindrucken. Er/sie hat halt die Gesamtkosten ungefähr auf die Tage der Bauzeit aufgeteilt, und da sieht man zwar mal die Dimensionen der Geldsummen, aber die werden ja jetzt noch nicht gleichmäßig ausgegeben! Richtig teuer würde es erst, wenn mit den Tunnelbohrungen begonnen würde (und das steht noch lange nicht an). Die Gleisarbeiten, die jetzt im Gange sind, kosten ja wohl keine 1,4 Millionen pro Tag! Der provisorische Umbau des Gleisvorfelds soll laut Zeitungsbericht von Herrn Nauke vom 23.11.09 insgesamt 26 Monate dauern und war ursprünglich auf 35 Millionen Euro taxiert worden, werde aber nun vermutlich mehr als doppelt so teuer. 70 Millionen Euro geteilt durch 26 Monate à 30 Tage wären also "nur" rund 90.000 Euro pro Tag, aber auch das verteilt sich ja nicht gleichmäßig. Bisher sind ja nur die "Vorarbeiten der Vorarbeiten" im Gange (hoffen wir mal, dass sie auch für eine Modernisierung des Kopfbahnhofs nützlich sind!).“
...


Neues vom Bohrloch 203

Das Geo-Landesamt Freiburg schreibt in einer vorbildlichen Antwort auf eine Anfrage zum Tunellbau im Anhydrit (Stuttgart 21) das sei „technisch grundsätzlich beherrschbar“.

Das schöne Schreiben steht
hier.
Man erinnert sich an den künftigen Fahrplan, er sei „fahrbar“. Auch der U-Bahn-Bau Köln war „grundsätzlich beherrschbar“. Wir sind also beruhigt.

Qualifizierte Auskünfte zum Bohrloch 203 durch Georisk oder die Bahn/Stadt bleiben weiterhin offen. Sie bleiben wohl „grundsätzlich geheim“.
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Nachtrag vom 12. März: eine ausführliche Antwort der Bahn steht
hier. Sie hinterlässt einen schalen Beigeschmack: warum ist die Öffentlichkeit nicht informiert worden - oder gab es darüber Presseberichte? Von der Tiefe der Bohrung und Ursachen des Wasseraustritts am Hang ist nichts zu lesen...

Zwei bis sieben Todsünden

Klaus Gebhard in aktuellem Leserkommentar in der StZ

Der Wahnwitz der S-21-Planer vor 16 Jahren bestand - und besteht! - darin, ein Bündel Gleise in seiner Ausrichtung um 90 Grad drehen zu wollen! Dieser "Dreh" hatte - und hat! - dummerweise zwei verheerende Folgen: der so geschwenkte Gleiskorridor käme auf zwei innerstädtischen Flächen zu liegen, die schon "besetzt" bzw. "belegt" sind - und zwar mit zwei städtischen "Großodien", die die aufgeklärte Stadtgesellschaft keinesfalls herauszugeben bereit ist!

Auf der einen Hälfte der durch den 90-Grad-Schwenk beanspruchten Fläche steht einer der best funktionierenden Bahnhöfe Deutschlands, der zugleich ein potentielles Weltkulturerbe-Bauwerk ist, das diesen Status nur in seiner unversehrten Gesamtheit beanspruchen kann, und auf der anderen der durch den 90-Grad-Schwenk in Beschlag zu nehmenden Grundstückshälfte befindet sich ein äusserst beliebter, von Zehntausenden genutzter Park!!

Das... sind die unverzeihlichen - und unverziehenen! - Todsünden, die die S21-Betreiber in ihrem planerischen Größenwahn mit einem Federstrich zu begehen bereit waren - und sind! -, und die die lebensqualitätsbewussten Bürger Stuttgarts unter keinen Umständen "abzukaufen" bereit sind! Zumal sie dieser "Kauf" selbstmörderisch teuer zu stehen käme, zu Zeiten, da es an allen gesellschaftlichen Ecken und Enden brennt!“
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S.B.: Eine weitere Todsünde: die optische Ausradierung Stuttgarts für alle Bahnfahrer und Verbannung aller Reisenden in den Wurmbau zu Babel, der babylonischen Variante Stuttgart 21.

Bei Stuttgart 21 machen sich aber auch klassische Todsünden deutlich bemerkbar: Habsucht, Neid, Trägheit und Hochmut.

Misstraut den Blindgängern

Peter Grohmann bei der Rosenmontagsdemo:

Schaut auf die großen Konzerne, die Banken, auf das Vermögen - und vor allem auf das Unvermögen der Bankräuber, Verlierer und Versager! Schaut hin, wie schlecht sie gerechnet und gewirtschaftet haben die letzten Jahre, von der Hypo Real bis zur BW-Bank, und wie mies ihre bezahlen Kontrolleure sind. Misstraut den Blindgängern.“

verdeckte PR-Aktionen

„Stuttgarter“ schreibt im Leserforum StZ:

„fakten, ich mache mir große Sorgen um Sie. Sie sind der einzige, der Sie noch ernst nimmt.“

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„fakten“ (assistiert von interessierter, tonylein, tsabo, Volker S) ist in allen Foren StZ unermüdlich präsent, um K-21-Argumente zu widerlegen. Die Nähe zum Büro Drexler drängt sich auf und der Verdacht auf eine verdeckte PR-Aktion, wie sie im
Schwarzbuch Deutsche Bahn im Kapitel „Gute Presse - selbst gemacht“ (Seite 221 ff) gezeigt wird.


Bundesanteil S 21 + NBS nach Ulm

Aktuelles Interview mit Grube:

Grube:
Der Anteil von Bundesgeldern an Stuttgart 21 ist verhältnismäßig klein. Bei einem Verzicht wären somit andere Neu- und Ausbauprojekte mitnichten finanziert.
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Bundesanteil für S 21 plus NBS sind schon jetzt 1550 Millionen. Für die NBS sind aber unwahrscheinliche 2 Milliarden veranschlagt, Mehrkosten trägt der Bund...

Sind 1550 Millionen „verhältnismäßig“ wenig??

(Nachtrag 8.4.: auch die Milliarden von Bahn, Land und Stadt für S 21 fehlen bei wichtigeren Bahnprojekten!)

Die Mutter aller Milliardenlöcher

Was „Stuttgart 21“ mit Mecklenburg-Vorpommern zu tun hat

„Nicht in Frage gestellt werden auf der anderen Seite weiterhin sündhaft kostspielige Prestigeprojekte wie das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“, dessen Befürworter uns eine Verringerung der Kapazitäten gegenüber dem bestehenden markanten Kopfbahnhof ernsthaft als Fortschritt verkaufen wollen. Im Boot der Befürworter sitzen hier ausdrücklich auch Vertreter der SPD, bei der grünen Landtagsfraktion in Stuttgart ist einiges an Material über die Mutter aller Milliardenlöcher zu finden.“

Drexler trixt wieder

Aus morgenweb Rhein-Neckar Ticker:

Der SPD-Landtagsabgeordnete und Stuttgart-21-Sprecher Wolfgang Drexler kritisierte Hermanns Aussagen.

"Wenn 23 Milliarden Euro fehlen und der Bund lediglich 500 Millionen Euro für Stuttgart 21 ausgeben wird, hat das von Hermann befürchtete Streichorchester offensichtlich wenig mit dem Stuttgarter Großprojekt zu tun."
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Anmerkung:

Drexler trixt wieder:
Da Stuttgart 21 nur in Verbindung mit der Neubaustrecke einen Sinn macht und diese überwiegend von Bund finanziert wird, sind es nicht „lediglich 500 Milionen“ sondern das Mehrfache davon. Die 500 Millionen waren nicht für S 21 bestimmt, sondern für die Anbindung der Neubaustrecke und als „Sowiesokosten“ nicht näher spezifiziert.

Sehr geehrter Herr Drexler, stimmt das? Sie sind doch bis Ulm zuständig, siehe Mailadresse
<
wolfgang.drexler@bahnprojekt-s-ulm.de> zur Kenntnis. Eine Antwort ist auf viele Anfragen aber noch nie gekommen.

Zwei Visionen 21

Plakat in der „art karlsruhe“ von Jan Peter Tripp + Filderbahnfreunde.
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Amtsblatt der Stadt Stuttgart Nr. 9 von heute, 4. März 2010, S.2 Meinung der Fraktionen Bündnis 90 / Grüne im Rat, letzter Satz unter dem Titel „Kein Pfusch am Bau“:

„S 21 wird zwar nicht kommen, aber auch K 21 braucht zuverlässige Bauunternehmer.“

Die DB Bahn stellt fest

Aus der Reaktion der Bahn auf den gestrigen Beitrag in „Frontal 21

http://www.dailynet.de/TourismusReisen/67553.php

„...Zur Behauptung, die Deutsche Bahn AG würde einen Bericht des Bundesrechnungshofes ignorieren, stellt das Unternehmen fest:
Aufgabe des Bundesrechnungshofes ist es, die Haushalts- und Wirtschafts-führung der Bundesbehörden zu kontrollieren. Die Deutsche Bahn AG ist als Aktiengesellschaft keine Behörde des Bundes. Die Deutsche Bahn AG ist daher nicht Adressat eines solchen Berichtes.“


Verantwortlicher Pressekontakt:
Deutsche Bahn AG Externe Kommunikation
Potsdamer Platz 2
10785 Berlin
www.db.de/presse

Zensur in StN?


Der Artikel in den Stuttgarter Nachrichten zur Bibliothek 21 wurde Tage danach verändert, es sind jetzt nur noch 20 statt 21 Bilder zu sehen.
Das Bild Nr. 21 (Flächenübersicht) ist herausgenommen worden samt der Bildunterschrift:


Korrektur vom 3.3.10: das Bild Nr.21 (Foto Bibliothek) ist wieder drin samt Bildunterschrift!

"Die Stadt gewinnt mit Stuttgart 21 über 100 Hektar neue Flächen in der Innenstadt hinzu. Bis auf das Areal an der Heilbronner Straße (Europaviertel) – auf dem derzeit die neue Stadtbibliothek entsteht und das die Bahn vornehmlich für Bürobauten selbst vermarktet –, hat die Stadt 2001 fast alle freiwerdenden Gleisflächen für rund 458 Millionen Euro gekauft.StN"
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Die Kommentarfunktion ist gelöscht, mein Kommentar zur Bildunterschrift verschwunden:


Korrektur am 3.3.10: Kommentar ist drin http://www.stuttgarter-nachrichten.de/news/stuttgart-region.html/id/e0bb5222-4a68-44d9-a0c1-501489ab03e9

„Die Flächenangabe ist grottenfalsch! Wie Jedermann sehen kann, sind bereits heute die meisten Flächen davon frei, z.B. "das Areal an der Heilbronner Straße", dazu u.a. der "Innere Nordbahnhof" hinter dem Pragfriedhof.

Aus einer Mail vom BUND vom 22. 2. 10, Zahlen in Übereinstimmung mit Büro Prof. Ostertag:

S 21 generiert nicht 100 Hektar (ha) sondern 84,5 ha an Bahnbrach- und Bahnbetriebsflächen. Städtbaulich nutzbar sind davon lediglich 60 ha und das meiste davon erst nach Abschluss der Bauarbeiten von S 21, frühestens also 2020, eher 2025!

Aus einem Leserbrief: „Von den immer wieder genannten 100 Hektar frei werdenden Gelände hätten seit Jahren über 50 Hektar unverzüglich bebaut werden können. Davon hat bisher nur die landeseigene LBBW demonstrativ gebrauch gemacht. Auch die Bibliothek 21 wird nicht von einem externen Investor gebaut.“

Differenzierte Angaben zu den freiwerdenden Flächen auch ohne Stuttgart 21
bei http://www.siegfried-busch.de/page18/page49/page49.html“

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Wäre es von den Stuttgarter Nachrichten nicht ehrlicher gewesen, die falsche Bildunterschrift zu berichtigen? So bleibt die Vermutung, dass die brisanten Zahlen des BUND in meinem Kommentar unterdrückt worden sind.

Schnee von gestern?

  1. Erinnerung in Bild und Wort an eine unaufgeklärte Geschichte: Bohrloch 203
  2. Hallo Stadt und Bahn, darf ich mal nachbohren, was jetzt eigentlich die Erkenntnisse beim Bohrloch 203 sind? Schwamm drüber? Es wird schon alles gut gehen?
  3. Blog Februar 2010 Frühere Monate seit Januar 2009 in der Navigation!