vorerst vom Tisch

Stuttgarter Zeitung von heute, Druckausgabe S.25, Schlagzeile "Einkaufszentrum vorerst vom Tisch", Überschrift: "Stuttgart-21-Gelände"

"Das auf dem sogenannten A-1-Areal an der Woframstraße geplante rund 50 000 Quadratmeter umfassende Einkaufszentrum wird nicht realisiert..."

Statt des großen Einkaufzentrums sollen nun die verschiedenen Baufelder einzeln und gegen Höchstgebot an Investoren veräußert werden.

Schluss des Artikels:
"Dass der DB-Konzern daran interessiert sein muss, für die Grundstücke möglichst viel Geld zu erlösen, hat mit Stuttgart 21 zu tun: Die Einnahmen sind für den Bahnanteil am Bau des geplanten Tiefbahnhofs einkalkuliert."
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Kommentar: die Sprichwörter und Zitate von gestern sind auch hier aktuell. "Investoren" haben nicht die viel beschworene Stadtentwicklung im Sinn, sondern natürlich ihren Profit. Bevor hier Konkretes geschieht, muss wohl erst Stuttgart 21 begonnen werden (noch ist es nämlich nicht "Stuttgart-21-Gelände!), das scheint sich aber immer weiter zu verschieben. Die Brache A 1 will einfach nicht zuwachsen, Bahn kontra Bauausschuss/Gemeinderat der Stadt wird auch die Zukunft bestimmen.

Liegende Acht

„Erst kürzlich hat auch die LBBW Immobilien ihr Vorhaben eine Hauptverwaltung auf dem Gelände von „Stuttgart 21“ zu bauen, zurückgezogen.“ (Meldung vom 27.9.09)

Dazu zwei Fragen:
  • War dieses Bauvorhaben nicht die im Amtsblatt groß angekündigte „liegende Acht“ zwischen dem Pariser Platz und der neuen Bibliothek? (Website der Stadt)
  • Muss die skandalträchtige LBBW Immobilien nicht verkauft werden im Zusammenhang mit den zwei Milliarden Defizit der LBBW allein in 2009?

Das ganze Desaster der Vermarktung der Fläche A 1 wird am Beispiel des Zusammenbruchs der Planung LBBW mit der "liegenden Acht" wieder einmal deutlich. Auf der Website der Stadt Stuttgart liest man noch heute: „Gebaut werden soll ab Frühjahr 2009. Bezugsfertig ist das Haus dann 2010…“

Was sonst noch im „
Europaviertel A 1“ geplant wurde und „ab Sommer 2009“ gebaut werden sollte: „Pariser Höfe“, „Europe Plaza“ („Mitte 2010 soll der Bau...fertig sein.“), dazu hält unsere Vorwelt viele treffende Sprichwörter und Zitate bereit:
Es wird nichts so heiß gegessen... Ach mach nur einen Plan... Gestern noch auf stolzen Rossen... Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe...

wackelig

Wirtschaftsnews  |  27. September 2009
"Prestigebauprojekt „Stuttgart 21“ steht auf wackligem Fundament
Trotz aller erforderlichen Genehmigungen scheint der Start für den Bau des Stuttgarter Bahnhofs zunächst auf Eis gelegt."

Bundesstuttgarttagswahl

Der Prominente Grüne "Cem" hat es nicht als Direktkandidat geschafft, die Kopfbahnhofgegner frohlocken. Aber es gibt inzwischen vermehrt den "Quellgips", der selbst Umweltministerin Tanja Gönner aufgeschreckt hat.
Projektsprecher und Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler (SPD) macht jedoch stramm in Zuversicht.

Manche Stuttgarter haben dazu eigene Gedanken:
Leserkommentar von Kassandra alias K.Asandra von heute:
"SPD fällt in S-Westen von 41,1 auf 16,9%.
Die Quittung an die SPD für Stuttgart 21 frisch ausgeschrieben: Im bevölkerungsreichsten Stadtteil von Stuttgart fällt die Zahl der Erststimmen der SPD von 41,1 % auf 16,9 % (in Worten; 2005: einundvierzig komma sechs, 2009: sechszehn komma neun)."

25 gute Gründe für K 21

Die in der Werbeschrift der Stadt genannten Vorteile (21 gute Gründe für Stuttgart 21) halten kritischer Prüfung im Vergleich mit Kopfbahnhof 21 zumeist nicht stand. Bitte die „25 guten Gründe für das Alternativmodell Kopfbahnhof 21“ ebenso kritisch betrachten.

Wer mir einen entsprechenden
Kommentar sendet sei versichert, dass ich diesen in die Liste aufnehmen werde, anonym oder mit Namensnennung. Auch eine Erweiterung der Liste ist denkbar.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Selbstzerstörung

Prof. Ostertag zum Pressetermin:
"Das wäre kultureller, städtebaulicher Kannibalismus. Es gibt ein Bürgerrecht auf Geschichte. Es wäre ein gigantischer, nicht wieder gut zu machender Schwabenstreich, den sich Politiker des Bundes, des Landes, der Stadt und eindimensionale Planer und Techniker ausgedacht haben.

Stuttgart muss sich wieder auf seinen Ursprung, auf seine in seinem Namen enthaltenen Verpflichtungen besinnen, auf seine viel besungene Lage, seinen Schatz von Parks und Gärten, Kulturgut ersten Ranges..."

Notar 21

Eine interessante Variante zu S21 und K21 wurde in den StN vorgestellt.
"Das Problem der Stuttgart-21- Gegner ist, dass ihr Konzept Kopfbahnhof K 21 den ICE-Anschluss zu Messe und Flughafen vernachlässigt", erklärt Ehmann.

Richtig, aber das ist auch nicht so wichtig. S.B. in einem Leserkommentar: "Mir ist die Sache mit der Flughafenanbindung eher ein Ärgernis. Die Bonzen und Betuchten nehmen Dienstwagen und Taxi und das Normalvolk ist mit der S-Bahn gut bedient. Messe und Flughafen sind auch ein Feigenblatt, so scheint es, um S21 durchzudrücken. Auch mit K21 gibt es die Flughafenanbindung mit Ringverkehr, wenn man das investieren will."

ausgeklammert

Gestern war eine Info-Veranstaltung zu Stuttgart 21 und Kopfbahnhof 21 im Saal der Markuskirche, eingeladen hatte die evang. Kirchengemeinde mit anschließendem Empfang und Kürbissuppe.

Zuerst referierte vor vollem Saal der S-21-Planer Poethke, dann BUND-Pfeifer zum Konzept Kopfbahnhof 21, schließlich noch Bahnhofsretter Roser, alles eindrucksvoll und mit Beamer sprechend unterstützt.

Was aber überhaupt nicht zur Sprache kam, war die Problematik der Tunnelfahrten bei S 21 im Hinblick auf die fehlende Sicht auf Stuttgart. Wie kann man diesen Faktor der Reisequalität auch messen, jedenfalls nicht als Kostenfaktor. Die spektakulären Aussichten auf Stuttgart, egal aus welcher Richtung werden bei „Maulwurf 21“ gecancelt, ausradiert, vernichtet.

Das Fahren im Wurmbau Stuttgart wird beklemmend und freudlos. Dieser Verlust ist unschätzbar hoch auch für das Image der Stadt. Der Versuch, die Tunnelfahrten positiv zu sehen mit dem Grund „
Ruhe bitte“, kann angesichts dieses Verlusts nicht überzeugen.

alternativlos?

Bahnchef Grube gestern in den Stuttgarter Nachrichten:

"Meine Aussage zu Stuttgart 21 war immer, dass dieses Projekt in verkehrlicher, wirtschaftlicher und städtebaulicher Hinsicht alternativlos ist."
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Das muss den Stuttgartern aber noch glaubhaft vermittelt werden. "Städtebaulich" heißt im Klartext erst mal die Stadt abbauen mitten im Zentrum unter Missachtung des Denkmalschutz. Die Alternative wäre, den Bonatzbahnhof und den Schlossgarten nicht anzutasten, der Preis für die Perspektive Stadtentwicklung ist zu hoch.

Die Verbesserungen in verkehrlicher und wirtschaftlicher Hinsicht hat die Bahn noch nicht klar machen können, ihre Wirtschaftlichkeitsberechnungen bis heute geheim gehalten. Offensichtlich wäre das Projekt ohne die Millionenzuschüsse des Landes (Flughafen!) nicht wirtschaftlich gewesen. Gehört dazu auch die Einsparung von Zugpersonal - Gerüchte sprechen von vielen Lokführerstellen - wegen der kurzen Haltezeiten im Durchgangsbahnhof auf Kosten der Reisequalität in Richtung Pünktlichkeit und Umsteigen?


Schwelbrand löst Rauch aus

Zum Blog "Die Realität" vom 19.09. eine Mail von heute aus dem Universitätsgelände Vaihingen:

"...meine Nachbarin berichtete, dass ihr Mann gesehen hätte an der Haltestelle Universität am 18.9. ungefähr um 15 Uhr Feuerwehr, Krankenwagen und Polizei und starke Rauchentwicklung, "da wären  wohl Leute hochgebracht worden". Ich konnte weder bei Google, Stuttgarter Zeitung und Polizeibericht etwas darüber herausfinden. Dein Eintrag scheint aber die Störung zu bestätigen, es war wohl zwischen Schwabstr. und Uni etwas los. Wird das vertuscht aus Angst vor schlechter Presse wegen S 21? Vielleicht findest Du noch was heraus, ich werde auch noch rumfragen."
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Es wurde nicht ganz vertuscht, in den Stuttgarter Nachrichten vom 19.9. kam auf Seite 21 ein kleiner Bericht "Schwelbrand löst im S-Bahn-Tunnel Rauch aus":

"... 45 Personen mussten ... von einem Notarzt untersucht werden. Eine 45-jährige Frau und ein sechsjähriger Junge mussten mit leichten Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht werden. Zudem wurden einige Personen psychologisch betreut." ...

Ist es "Panikmache", wenn vor Störungen im Tunnelsystem (66 km Tunnelröhren!) von Maulwurf 21 gewarnt wird? Die S-Bahn hielt im Tunnel kurz vor der Haltestelle Universität.
Wieviel Personen hätten psychologisch betreut werden müssen oder wären in Krankenhäusern gelandet, wenn der S-Bahn-Zug mit "Schwelbrand" mitten zwischen Schwabstraße und Universität gehalten hätte? Mit kilometerweitem Fluchtweg? Das Fazit kann nur heißen "kein Wurmbau zu Babel 21"!

Faule Behauptung

Leserbrief an die Stuttgarter Zeitung zum Artikel vom 19.9.2009 Seite 22
„Kritik an Kosten und Planung von Stuttgart 21“ von Thomas Braun

Endlich nimmt Mister Stuttgart 21 Wolfgang Drexler Stellung:
„Die Kosten für K 21 sind ähnlich hoch wie für Stuttgart 21 bei vergleichbaren Kostenrisiken, dabei aber mit einem wesentlich geringeren verkehrlichen Nutzen.“

Wie kann er das nur behaupten? Immerhin gibt es bei Stuttgart 21 insgesamt rund 33 Kilometer Tunnelstrecken, bei Kopfbahnhof 21 nur etwa 12 Kilometer. Bei S 21 verläuft der Fildertunnel zum Flughafen mehr als vier Kilometer durch quellfähigen Gipskeuper, beim Filderaufstieg hinter Obertürkheim fehlt diese kostenträchtige und störanfällige geologische Schicht. Nur bei Stuttgart 21 werden zwei neue Bahnhöfe (Ingenhoven, Filderbahnhof) gebaut, dazu die neue S-Bahnstation Mittnachtstraße und die U-Bahnstation Staatsgalerie.

Der „verkehrliche Nutzen“ von Stuttgart 21 ist sehr umstritten, alle Fahrgast- und Umweltverbände sowie hochrangige Verkehrsexperten sprechen vom Gegenteil.

Die Realität

Gestern Nachmittag Ankunft mit der RB aus Tübingen in Stuttgart Kopfbahnhof kurz vor 16 Uhr mit 10 Minuten Verspätung nach Warten im Gleisvorfeld. Hauptverkehrszeit!
Durchsage: „wegen einer Störung“ fährt keine S 1 und S 2 in Stuttgart Tief in Richtung Vaihingen. Ersatzverkehr über die Gäubahntrasse ab Kopfbahnhof.

Darf man annehmen, dass es auch künftig immer wieder „Störungen“ bei der S-Bahn gibt? Sie verläuft bis nach Vaihingen im Tunnel. Die derzeit eher wenig ausgelastete Gäubahntrasse ist nach den Planungen
(BAHNINFRASTRUKTUR NACH FERTIGSTELLUNG VON STUTTGART 21, Folien OB Schuster Seite 18) „grüner Bereich“, also aufgegeben und dem Bauland zugeschlagen.

Selbst wenn die S-Bahn dann über den Tiefbahnhof umgeleitet werden kann, gäbe das vor allem in den Hauptverkehrszeiten mit der sehr kurzgetakteten S-Bahn massenhaft zusätzlichen Bahnverkehr - beim engen Fahrplankorsett des Tiefbahnhofs ein sicheres Chaos. Und Bad Cannstatt wäre auch von der S-Bahn abgehängt. Und was ist mit "Störungen" im Tunnelsystem Maulwurf 21?

Gestern ist mir auch wieder einmal aufgefallen, welcher Mief in der Klettpassage und der U-Bahn-Station ist. Welche Hoffnungen berechtigen dazu, diesen Mief im künftigen Tiefbahnhof vermeiden zu können? Etwa die vorgesehene Belüftung und Heizung auch durch die langen Tunnels? Das hat entschieden mit der Reisequalität zu tun!

Herr Drexler, können Sie bitte etwas dazu sagen? (weitergeleitet an Herrn Drexler ℅ Turmforum)

Nachtrag: Info zum Geschehen im S-Bahntunnel
Blog vom 21.9.09

völlige Abkehr

Die ZEIT vom 17.9.09, Wirtschaft, S.30/31
aus Artikel „Stau auf der Schiene“

…“De facto bedeutet die von den 16 Professoren empfohlene „Strategie der Priorisierung“ die völlige Abkehr von der bisherigen Praxis: die Fixierung auf teure Hochgeschwindigkeitstrassen für den Personentransport.

...In einem Gutachten für das Netzwerk Privatbahnen , eine Vereinigung europäischer Eisenbahngüterverkehrsunternehmen, hat der Verkehrswissenschaftler Gottfried Ilgmann das ganze Elend der verfehlten Bahninvestitionspolitik seziert. Nicht nur die Deutsche Bahn, sondern auch die Akteure in Bund und Ländern hätten sich an der Hochgeschwindigkeit geradezu berauscht, hat er geschrieben. Hartmut Gasser, Vorstand beim Netzwerk Privatbahnen, präsentierte das Gutachten mit den Worten, Deutschland könne es sich schlicht nicht leisten, in ineffiziente Hochgeschwindigkeitsstrecken zu investieren - während Lastwagen Straßen und Autobahnen verstopfen.

Wenn sich das nach der Bundestagswahl bei den rund 40 Millionen PKW-Lenkern herumspricht, ist womöglich eine große Verkehrsdebatte fällig. Und bei der Bahn ein Befreiungsschlag. Womöglich mit dem Ergebnis, dass teure Prestigeprojekte beerdigt werden, damit endlich wichtige Vorhaben fertig gebaut werden können. Womöglich könnte die öffentliche Finanznot bei der Befreiung von Überflüssigem sogar helfen. Und bei der Konzentration auf das Vordringliche.“

Propagandabeirat

"Das ist kein Kommunikationsbeirat sondern ein Propagandabeirat der NUR die Interessen der Befürworter vertritt. Anstatt, wie in einer Vermittlungsposition üblich, beide Standpunkte zu analysieren und dann emotionsfrei gegeneinander abzuwägen und Konsens zu vereinbaren gilt hier: "wir haben recht und die Anderen sind Idioten".
(Aus
Leserkommentar am 16.9. in der StZ Rechtschreibung normalisiert)

Grube will "optimieren"

Bahnchef Grube will „optimieren“, also verbessern, verfeinern, vertiefen, fördern, aufwerten, veredeln… , meint er aber oder wird es in Wirklichkeit nicht verbilligen, verkleinern, vereinfachen, verflachen, abwerten, verschlechtern?

Das Projekt ist entweder so gut, dass sich jede Summe rentieren wird. Oder es ist so schlecht, dass es sich nicht lohnt. Die Gründe für S 21 sind bekannt, die vielen Schwächen, schlimmen Mängel und großen Gefahren sind vor allem außerhalb Stuttgarts weniger bekannt geworden, bei den „2 1 g u t e n G r ü n d e n“ sind davon die Meisten aufgeführt (unter www.s21.siegfried-busch.de). Zusammen wiegt dieser Negativkatalog noch viel schwerer als die Kostenfrage.

Weder Herr Drexler noch die Stabsabteilung Kommunikation bei der Stadt Stuttgart halten es anscheinend für angebracht, die dort genannten Dinge richtig zu stellen. Immer vergleichen sie S 21 mit dem bestehenden Zustand und nicht mit dem Alternativmodell K 21, denn dabei kommt S 21 ganz schlecht weg.
Leserkommentar von S.B. in der StZ am 15.9.09

Leipziger Allerlei

Aus der Leipziger Internet-Zeitung
Kostenexplosion, Kostenexplosion, Kostenexplosion ... – Sachsens Medien zeigten sich wirklich kreativ, als sie am Mittwoch und Donnerstag über das erzählten, was zuvor der Staatssekretär im Sächsischen Wirtschaftsministerium, Horst Mangold, erzählt hatte: 893 Millionen Euro soll der Leipziger Citytunnel kosten.

…– sichtlich mehr als die einmal veranschlagten 572 Millionen Euro.

...Weichert fordert die Staatsregierung auf, Konsequenzen aus dem Fiasko zu ziehen. „Die Kostenentwicklung und die Bauabläufe bei allen öffentlichen Bauprojekten über 100 Millionen sollten geprüft werden. Die Steuerzahler dürfen nicht weiter für dieses Chaos zur Kasse gebeten werden."

„Offenbar wurde bei der Anmeldung des Projekts geflunkert, dass sich die Balken biegen. Die realen Kosten und der Bauablauf haben mit dem geplanten Projekt nichts mehr zu tun", vermutet Michael Weichert, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN im Sächsischen Landtag.

Wahrscheinlich ist das "offenbar" zu vorsichtig gewählt. Denn mit der politischen Favorisierung des "schön" gerechneten Citytunnels wurde seinerzeit auch vermieden, mögliche Alternativkonzepte durchzukalkulieren.

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"Wie sich die Bilder gleichen", Arie aus Tosca.

Auslastung

PRO BAHN:
"Bisher haben Wissenschaftler behauptet, dass die Kapazität des Tunnelbahnhofs in der Landeshauptstadt mit nur acht Gleisen ausreiche und der bestehende Kopfbahnhof mit 16 Gleisen überdimensioniert sei. Jetzt räumt der prominente Befürworter des Tunnelprojekts Professor Wulf Schwanhäußer ein, dass ein wirtschaftlich zu betreibendes Schienennetz nicht zu hundert Prozent ausgelastet sein darf. " Diese Bedenken haben die Verbraucher schon immer vertreten, jetzt werden wir darin bestätigt.

Wir müssen aufgrund dieser neuen Erkenntnisse davon ausgehen, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Bahn bei 70 Prozent Auslastung liegt," erklärt Rechtsexperte Rainer Engel. "Bei höherer Auslastung übertragen sich schon geringe Verspätungen von einem Zug auf den nächsten, und Anschlüsse können nicht mehr gehalten werden. Das kostet der Bahn viel Geld für Entschädigungen für Fahrgäste und an Regresszahlungen an die Besteller des Nahverkehrs, und die Kunden bleiben wegen schlechter Qualität weg."

Stuttgart 21 - Gegner

"Man muss einfach mal anschauen, was für Typen immer wieder so dagegen sind: resignierte Stubenhocker ("Optimismus ist ein Mangel an Information"), alte Lebenshaderer, religiöse Pseudos und Weltenhasser, die Kinder von Straßenbahnsitzen verscheuchen." (Leserkommentar)
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Wie recht "Jus" doch hat. Man konnte diese Gesellschaft sehen zum Beispiel mit ihrem Fasnetswagen und den Luftballons bei der Bahnhofsumarmung.

keinerlei Verpflichtung

Der Pressesprecher von OB Dr. Schuster mailte:
"... immer wieder erreichen das OB-Büro oder andere Adressen mails, mit denen Sie auf neue Blog-Einträge hinweisen. Dafür zunächst vielen Dank. 
Bisweilen sind damit Aufforderungen verbunden, Fehler auf diversen Web-Seiten oder Blog-Darstellungen richtigzustellen. Dazu sehen wir keinerlei Verpflichtung der Stadt. Auch irrtümliche oder falsche Darstellungen unterliegen Ihrer Verantwortung als Betreiber der entsprechenden Seiten. Umgekehrt kann aus einer Nicht-Richtigstellung durch die Stadt also auch nicht abgeleitet werden, die Darstellungen seien korrekt."
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Aus meiner Antwort:
"
Sollte sich ein Sachkundiger bei der Stadt bereit finden, z.B. meine Irrtümer bei den "21 guten Gründen" aufzudecken und richtig zu stellen, werde ich diese Kommentare unzensiert dazu stellen." Mails lesen
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Weder von der "Stabsstelle Kommunikation" noch von Herrn Drexler sind konkrete Hinweise auf Fehler in meinen
Kommentaren zu den "21 guten Gründen" eingetroffen.


Dennoch - Engelberg und Stuttgart 21

StN von gestern, Seite 26:
"
Der Engelberg gibt keine Ruhe: Anhydrid kommt im Untergrund häufig vor. So auch im Engelberg... Die Röhren sind nicht wie üblich 70 Zentimeter stark, sondern bis zu drei Meter dick. Dennoch macht das Gestein Probleme, es verschiebt die Tunnelröhren und drückt auf die Fahrbahn. Die Folge sind Reparaturen mit Kosten von annähernd 1,5 Millionen Euro - bislang."
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Ist folgende fiktive Meldung von 2030 "Panikmache"?
Tagesschau der ARD: Bahnchaos in Stuttgart wegen Tunnelreparatur

Der Fildertunnel in Stuttgart gibt keine Ruhe. 4,2 km der Doppelröhren führen durch Anhydrd. Die Röhren sind deswegen bis zu 5 Meter dick. Dennoch macht das Gestein Probleme, es verschiebt die Tunnelröhren und drückt auf die Gleise. Die Folge sind Reparaturen mit katastrophalen Folgen für den Bahnverkehr. Durchreisende meiden Stuttgart und viel Regionalverkehr muss auf den ohnehin schon stark überlasteten Straßen abgewickelt werden.

Fotos können lügen

Zum Beispiel, wenn durch die "Lichtaugen" des Tiefbahnhofs 21 große Bäume gesichtet werden.

Drexler-Sprech

"Ich will den ganz normalen Bürger überzeugen", sagt Drexler. "Debatten mit ausgewiesenen Projektgegnern bringen ja kaum noch etwas, schließlich wird Stuttgart 21 gebaut." StN
_____________________________________
Kommentar überflüssig.

entweder - oder

In seiner Präsentaton behauptet OB Schuster auf Seite 54 über die Alternative Kopfbahnhof 21:

- Neue Hochgeschwindigkeitstrasse durch
das Neckartal, vor allem durch Bad
Cannstatt, Untertürkheim und
Obertürkheim bis Wendlingen

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Von Obertürkheim bis Wendlingen stimmt nicht. Entweder ist OB Schuster wie Schmiedel, Mappus und Drexler nicht richtig informiert worden (aber hatte er nicht am Hafen wegen K 21 die Presse informiert?) oder er sagt bewusst die Unwahrheit vulgo Lügen. Dafür hätte er die Staufermedaille in Gold nicht verdient. (
Stuttgarter Zeitung: "Dann überreichte er (Oettinger) dem Jubilar die Staufermedaille in Gold "für besondere Verdienste um Baden-Württemberg". Alle Laudatoren vergaßen nicht, mitten im Wahlkampf auf die Bedeutung von Stuttgart 21 für die Zukunft der Stadt hinzuweisen - die Befürworter waren an diesem Vormittag erwartungsgemäß in der Überzahl. Man feierte den sechzigjährigen Oberbürgermeister und ein wenig auch sich selbst.")

Da die ICEs bis jetzt auch durch's Neckartal fahren, würde sich dieser Zustand bei K 21 kaum ändern. Es müsste auch nicht die "Hochgeschwindigkeit" sein, bis der Zug hinter Obertürkheim im Berg verschwindet, der Zeitgewinn wäre nur minimal und würde durch die kürzere Strecke mehr als ausgeglichen. Auch im Fildertunnel ist "Hochgeschwindigkeit" nicht möglich.

Widersprüche


Montag 07. September 14:33
Der Anonymus "WernerS" schreibt heute in seinem Kommentar in der StZ:

"Der ICE behindert im Gleisvorfeld keine anderen Züge. Die Gleise im Kopfbahnhof sind dazu in drei Ebenen verlegt. Selbst zwei ICE in beiden Richtungen können gleichzeitig ein- und ausfahren ohne sich, den Regionalverkehr oder die S-Bahn zu behindern. Das Wissen der Erbauer scheint inzwischen verloren gegangen zu sein."
_________________
OB Schuster in seiner
Präsentation, Seite 56:

- Ein- und ausfahrende Züge
behindern sich gegenseitig

____________________
Prof. Bodack, Sachverständiger im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, 27 Jahre in Führungspositionen bei der Deutschen Bundesbahn (
K 21 - Die Alternative):

"Der neue Bahnhof wird schlechter sein als der jetzige, da er wegen nicht kreuzungsfreier Zufahrten und verringerter Bahnsteigkapazität Bahnbetrieb, Zuganschlüsse und Umsteigen erheblich erschweren wird."


Je Joe, desto Satire

... „Namen sind Schall und Rauch, und schon in der Grundschule hat man mich gelehrt, keine Witze und Wortspiele mit Namen zu machen. Allerdings kann ich nichts dafür, wenn der Deutsche-Bahn-Chef, der den Stuttgarter Bahnhof verhackstücken und untertunneln lässt, Grube heißt. Grube kann auch nichts dafür, er hieß schon Grube, bevor er Bauloch-Chef wurde. Grube jedoch ist keinesfalls unschuldig, wenn die Bahn mit folgendem Spruch auf Kundenfang geht:
"Je Mitfahrer, desto günstiger".
Dieser Dummspruch wurde auf Plakate gedruckt und in Bahnhöfe gehängt. Im Hauptbahnhof habe ich den Spruch gelesen: "Je Mitfahrer, desto günstiger."

Das Leben läuft manchmal seltsam. Wären mir früher längere Arme gewachsen, hätte ich nicht mein Leben lang Buchstaben in Tastaturen getippt. Dann wäre ich Engel und Harfenist geworden. Beim Auftrag, den Bahnchef in die Hölle zu lotsen, hätte ich mich an seinen Werbespruch erinnert und ihm einen passenden Abschiedstext gewidmet:
„Je Grube, desto Selbsthineinfaller.“ ...
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Die Satire von Joe Bauer in den StN heißt „Der Harfenist“ - irgendwie scheint Joe kein Anhänger vor Stuttgart 21 zu sein. Seine Schreibharfe ist mitunter schrill und grenzwertig. Je Joe, desto Satire...

Habe ich Fehler?

Interview in den StN zum heutigen 60. Geburtstag von OB Schuster.

- An runden Geburtstagen nimmt man sich manchmal auch vor, frühere Fehler nicht zu wiederholen. Wie steht es da bei Ihnen?
Habe ich Fehler?

- Es soll den einen oder anderen Bürger geben, der meint, Sie hätten ein paar Fehler.
Man wird es leider nie allen recht machen können, weil die Interessen zum Teil sehr unterschiedlich sind.

- Ihnen fällt tatsächlich nichts ein?
Vielleicht meine Arbeitsfreude, die unter Umständen von meinen Mitarbeitern bedauert wird. Doch diese Arbeitsfreude wird sicher auch nicht abnehmen.
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Herr Dr. Schuster, niemand kann es allen recht machen, aber als OB sollten Sie schon versuchen, es der Mehrheit Ihrer Bürgerschaft recht zu machen. Beim Interview schien Stuttgart 21 ein Tabu-Thema...

Frucht von S21 ?

„Was die Umsetzung eines Alternativ- oder eines veränderten S21-Projekts angeht, sehe ich weniger Probleme als Sie. K21 könnte etappenweise gebaut und je nach Kassenlage oder Bedarf weiter optimiert werden. Es besteht in Stuttgart kein akuter Handlungsdruck in dieser Sache, wie man uns immer weis machen will.

Der Zugverkehr rollt, unser Bahnhof ist einer der pünktlichsten und komfortabelsten in ganz Deutschland, und neue Wohnungen könnten schon längst gebaut sein, z.B. auf nicht mehr benötigten Bahngeländen am Nordbahnhof und in Bad Cannstatt, oder in Feuerbach an der Schwieberdinger Straße entlang. Nur möchte man den bevorstehenden (Wohnungs-?)Bau eben als Frucht von S21 präsentieren können, also ebenso an den Tiefbahnhof koppeln wie die Neubaustrecke nach Ulm.“
(aus einem Kommentar von „Stuttgarter“, 04.09.2009)

Rumpelstilzchen 21

Gold zu Stroh spinnen

Drexler im Amt!

Aktuell sehr bemerkenswertes Interview von Redakteur Isenberg von den Stuttgarter Nachrichten mit Herrn Drexler, es beginnt so:
„Das Image von Stuttgart 21 ist am Boden. Wolfgang Drexler soll es wieder aufpolieren.“

"Stuttgart 21 ist nicht so tief in den Brunnen gefallen, dass man es nicht wieder herausholen könnte", sagt Drexler gleich zu Beginn des Gesprächs. Ganzes Interview hier.

Held der Welt

„Wie schön, dass der Strukturplaner Gerd Held aus der Hauptstadt Berlin sich für Stuttgart 21 interessiert. Was ihm nicht so wichtig war, hat er aber einfach weg gelassen. So die Tatsache, dass der weltberühmte und denkmalgeschützte Bahnhof zum großen Teil abgebrochen werden soll, das Bahnhofsinnere „entkernt“. Mit dem Durchgangsbahnhof müssen die Reisenden dann in einem störanfälligen Tunnelsystem von 66 km Länge verschwinden, von der Stadt ist nichts mehr zu sehen.

Kein Wort auch davon, dass der zentrale Schlosspark samt Busbahnhof dem Tiefbahnhof weichen muss, weil dieser bis zu 8 Metern über der jetzigen Rasenfläche aufgewölbt ist. Das Schlimmste ist, dass der künftige Bahnhof schlechter sein wird als der jetzige, wie
mehrere Bahnexperten schlüssig dargestellt haben. An den Mängeln des Projekts gemessen erscheinen die Milliarden-Kosten eher weniger wichtig.

Stuttgart hat ein großartiges Zentrum mit dem repräsentativen Schlossplatz. Verglichen mit den Gleisfeldern anderer Großstädte ist der Gleiszulauf mit dem „Tunnelgebirge“ in Stuttgart elegant und konzentriert. Für die Reisenden sind Kopfbahnhöfe unübertroffen kundenfreundlich, Rolltreppen und Aufzüge nicht notwendig. Zur Stadtentwicklung bleiben auch bei Erhalt des Kopfbahnhofs im Vergleich mit Stuttgart 21 immerhin noch cirka 75% an ehemaligen Gleisflächen. Der Autor Gerd Held scheint weder ein großer Bahnfahrer noch ein Stuttgart-Kenner zu sein,
sein tendenziöser Artikel ist richtig ärgerlich.“
(Leserkommentar S.B. vom 31.08.09, 22.51 Uhr)


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