drei Maultäschchen gegen Milliarden

Jobst Knoblauch mailt mir heute:
„Auf den beigefügten Brief, den ich auf intensiv-rotem, 120 g schwerem Papier an die angegebenen Namen (u.a. an Staatsanwälte, Oberstaatsanwälte, Generalstaatsanwälte, Justizminister und deren Staatssekretäre in BW und Berlin) versandt habe, wird es vermutlich keine Reaktion geben. Es geht ja nach dem Prinzip der drei Äffchen.“

Anfang des Briefes:
„Wenn eine Altenpflegerin vom abgeräumten Teller
drei Maultäschchen herunternimmt und isst, wenn ein Müllwerker ein Kinderbettchen vor dem Verbrennungsofen "rettet", werden beide von Staatsanwälten wie Verbrecher behandelt und fristlos entlassen.

Da finden sich Staatsanwälte, die Klage erheben, und Richter, die urteilen; denn es handelt sich ja "nur" um eine Altenpflegerin und "nur" um einen Müllwerker - und dazu noch um einen mit türkischen Wurzeln.

Wenn aber ein Dr. Rüdiger Grube
Geld - milliardenweise - aus der gemeinsamen Kasse der Steuerzahler für ein Projekt entnimmt, das sich für seine Aktiengesellschaft inzwischen schon längst als unwirtschaftlich erwiesen hat…“
Ganzer Brief als
Memory 46

Ganoven?

Kommentar von G.C. zum gestrigen Blog „Zukunft erraten“:
„…was machbar ist wird gemacht, Fertigstellung 2030?  Geld spielt überhaupt keine Rolle und die Ganoven werden ganz bestimmt wunderbare Erklärungen finden um eine Haftung der Vorstandsmitglieder wegen nicht vorhandener Wirtschaftlichkeit  ab zu wenden. Die "Gesichtswahrung" wird teurer - aber was soll's, Geld ist ja da!“
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„Ganoven“ sind eher Kleinkriminelle aus der Unterwelt. Wer Milliarden Steuergelder veruntreut und dabei Volk und Bahn schädigt, kann da nicht gemeint sein. Es sind ja Krawattenträger aus der Oberschicht, die nicht frei sind in ihren Entscheidungen, wenn sie ihre beruflichen Positionen nicht gefährden wollen. „Führer befiehl, wir folgen dir“, so ein Refrain aus dem tausendjährigen Reich - makaber, auch wenn es Mappus, Grube und andere „ehrbare“ Führer sind. Die nach dem Führerprinzip politisch erreichten 75% Befürworter in Stadt und Land lassen sich nicht anders erklären.

Blogeintrag von 2.10.2010:
Im Landtag BW lief aktuell etwas schief bei der CDU. Das „Abstimmungsverhalten“ war die Ursache. Denn beileibe nicht stimmt jeder Abgeordnete nach seiner Überzeugung ab, sondern es werden Mehrheiten gesucht und hergestellt durch Blockabstimmungen und Fraktionsdisziplin. Das steht im Widerspruch zur Unabhängigkeit von gewählten Volksvertretern und gibt ein gefälschtes Bild der tatsächlichen Meinungen.
Nur so ist es auch zu erklären, dass alle Stadträte der CDU und SPD für Stuttgart 21 gestimmt haben. Diese 100% sind so verräterisch wie die 99,9% Zustimmung zu den Einheitslisten der DDR. Die „demokratische Legitimation“ von Stuttgart 21 hat diesen großen Schwachpunkt.
Für die Prellbock-Anheber aber wird es zum Totschlagargument gegen den Protest einer Mehrheit in Stadt und Land.

Zukunft erraten

Wie wird der Aufsichtsrat am 12. Oktober in Berlin über Stuttgart 21 entscheiden?
Vermutung: Weiter grünes Licht für Stuttgart 21.
Mögliche Begründungen
  1. Das Projekt sei zu weit fortgeschritten, es sei deshalb unumkehrbar.
  2. Die Kosten werden durch das selbst beauftragte Gutachten klein gehalten.
  3. Die Ausstiegkosten seien höher als der Weiterbau.
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Alle drei Gründe sind nicht stichhaltig! Ob es Aufsichtsräte gibt, die das Dilemma Stuttgart 21 benennen und für sofortigen Abbruch und Umstieg plädieren, auch weil sie in Haftung wegen Unwirtschaftlichkeit geraten könnten? Dringend wäre die Ablösung des Bahnvorstands, der das schlechte Image der Bahn verursacht hat.

Blogmotto veraltet

Blogmotto : Stuttgart 21…wird scheitern.
Das ist nur nur halb richtig, denn Stuttgart 21
ist schon gescheitert gemessen an
Termin Fertigstellung
Kosten
Planung
Leistung
Stresstest
Details bei KontextWochenzeitung

"Wir haben es satt" (3)

„Zitate aus dem Flugblatt zur „Grundsteinlegung“ am 16.9.2016 mit Kommentaren.)

„Wir haben es satt, dass der öffentliche Nah- und Fernverkehr sowie der Güterverkehr auf der Schiene gravierend verschlechtert wird.“
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„Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte bei der Grundsteinlegung, Stuttgart werde optimal in das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz der Zukunft eingebunden. "Eine Infrastruktur, die solche Qualitätssprünge ermöglicht, macht Baden-Württemberg für ansässige Betriebe, aber auch für potenziell neue Investoren noch attraktiver", sagte sie.“

Frau Wirtschaftsministerin, wer hat Ihnen denn die fragwürdigen Propagandaparolen vorgelegt? Lassen Sie sich doch einmal von kritischen Stuttgart-21-Kennern wie Prof. Bodack, Dr. Werner Sauerborn oder Dr. Norbert Bongartz oder von Ihrem Ministerkollegen Winfried Hermann, die nicht zur Befürworter-Lobby gehören, informieren, wie es wirklich um die von Ihnen angeführten „Qualitätssprünge“ bestellt ist. Wir haben nämlich die verlogene Propaganda satt, vor deren Karren Sie offensichtlich gespannt worden sind!