Kuhn im Taifun UA auf der 383. Montagsdemo auf dem Stuttgarter Schlossplatz am 28. August 2017
Uraufführung »Kuhn im Taifun« ab Minute 1:39: https://www.youtube.com/watch?v=snmkrxGVjXY

Stuttgarter Ballade aus Limerick-Versen von Thomas Felder


Man nennt diesen Ort Landeshauptstadt
Obwohl es hier hauptsächlich Staub hat
Je lichter das Laub
Desto dichter der Staub
Was findet denn hier überhaupt statt

Nur Kaufhäuser Banken Konzerne
Man sieht in der Nacht keine Sterne
Kein Schlossgarten mehr
Gestank und Verkehr
Mal ehrlich wer wohnt hier noch gerne

Auf Brunnen in Stuttgart-Bad Cannstatt
Da findet ein richtiger Run statt
Denn jeder will doch
Was trinken da noch
Bevor man das Wasser verpanscht hat

Sie baggern sie buddeln und bohren
Den finsteren Mächten verschworen
Die Köpfe im Sand
Ihr letzer Verstand
Ging ihnen beim Bohren verloren

Ein Stuttgarter Ob-Bürgermeister
Verdreht seinen Hals immer dreister
Man fragt sich ja nun
Regiert hier ein Huhn
Wenn nicht na dann sagt mir wie heißt er

Ich seh noch den jungen den kühnen
Als Freigeist auf ehrbaren Bühnen
Heut weiß ich er ist
Ein Karrierist
Wie andere auch von den Grünen

Ihr wisst noch wie Fritze sich gegen
Ein Großprojekt tapfer tat regen
Kaum saß er im Amt
Verflixt und verdammt
Gab er dem Projekt seinen Segen

Wenn -zigtausend Bürger begehren
Dass Stadträte ihnen zuhören
Dann sieht man Fritz Kuhn
Sein Möglichstes tun
Den Bürgern ihr Recht zu verwehren
Wir brachten vom Umstieg die Pläne
Ins Vorzimmer zum Kapitäne
Er richtete aus
Ich bin zwar im Haus
Da läuft aber nix weil ich gähne

Fritz Kuhn muss mit uns nicht ertrinken
Der Kahn wird nicht schnell genug sinken
Bevor viel passiert
Ist er pensioniert
Und wird aus der Wirtschaft uns winken

Nach zünftiger Zeche im Besen
Fängt Fritz noch im Bett an zu lesen
Er liest Moby Dick
Und träumt sein Geschick
Er sei mal ein Seemann gewesen

Den schneeweißen Wal wollt er fangen
Und wie es ihm dabei ergangen
Berichtet sein Traum
Man glaubt es ja kaum
Doch muss man nicht fürchten noch bangen

Das Schiff war ins Eismeer gekommen
Die Bestie kam auch schon geschwommen
Sie stank aus dem Maul
Wie Schwefel so faul
Der Fritz hat den Masten erklommen

Hier könnte das Drama wohl enden
Doch lass ich's dabei nicht bewenden
Bevor ich erwähn
Den Schiffskapitän
Der will ein Signal uns noch senden

Zum Ungetüm sprach Käptn Ahab
Mal sehn was ich grade so da hab
Er spießte Fritz Kuhn
Auf seine Harpun
Vom Angriff der weise Wal sah ab

Die Spitze von Ahabs Harpune
Durchstach nur den Kittel vom Kuhne
Und wer sein Talent
Als Windfähnchen kennt
Weiß Kuhn übersteht auch Taifune


Was solln wir tun mit Kuhn im Taifun?
Lasset ihn nun in Frieden...



Offener Brief an den Landesbischof Dr. Juli vom 3.1.2017

Sehr geehrter Herr Dr. July,

mit Freude vernahm ich in Ihrer Neujahrs-Ansprache u. a. deutliche Worte zur Sonntagsarbeit bei S21. In zynischer Arroganz verstößt die Deutsche Bahn AG vorsätzlich und anhaltend gegen das Feiertagsgesetz (FTG) und genießt dabei Rückendeckung von allen Behörden. Nun liegt es an uns Christenmenschen, den Mund aufzumachen und dagegen zu protestieren. Vielen Dank dafür, dass Sie den Anstoß gegeben haben! Wären Sie auch bereit auf einer Demonstration zu sprechen?

Das FTG erlaubt Ausnahme-Genehmigungen nur nach Rücksprache mit den Kirchen. Offenbar fand ein solches Kirchengespräch aber nie statt. Die ELK hat es bislang auch noch nicht eingefordert, sondern – im Gegenteil – die Bahn-Propaganda stets prächtig mit gestaltet, nicht nur in der DB-Werbebroschüre »Das neue Herz Europas«: In zahlreichen »Tunnel- und Maschinentaufen« wurde das Projekt mit kirchlichem Segen geradezu überschüttet. Man gab dem Teufel den kleinen Finger, jetzt greift er nach der ganzen Hand. Höchste Eisenbahn also, endlich die Notbremse zu ziehen!

Wenn so massiv gegen das FTG verstoßen wird und die Behörden sich weg ducken, dann sind Sie, lieber Herr Dr. July als Bischof gefordert, direkt mit dem Ministerpräsidenten Kontakt aufzunehmen – von Mann zu Mann. Dabei kann die relativ geringfügige Ordnungswidrigkeit nur der Aufhänger sein für eine nüchterne Gesamt-Schadens-Bilanz, welche das Monster S21 für jedermann sichtbar inzwischen vorweist: Mittels einer gigantischen Veruntreuung öffentlicher Gelder wird funktionierende Infrastruktur zerschlagen. Was neu gebaut werden soll widerspricht den göttlichen Geboten vom achtsamen Umgang mit der Natur und den Menschen (Leistungsrückbau, Gleisneigung, Behindertengerechtigkeit, Brandschutz, Energieverbrauch, Mineralwasser etc.).

Sie müssen auch nicht mit leeren Händen bei MP Kretschmann vorsprechen. Gerne überreiche ich Ihnen zwei Exemplare der Broschüre »
Umstieg 21«. Hier wird ein Alternativ-Konzept vorgestellt, nach dessen Realisierung unsere Region einen besseren Verkehrsknoten hat als zuvor – und es bleiben noch etliche Milliarden Euro übrig für dringliche Aufgaben aller Art. 

In Vorfreude über Ihre baldige Antwort
mit besten Segens-Wünschen fürs Neue JA!

Thomas Felder

Musik&Wort
Stöffelburgstr. 2
72770 Reutlingen
fon/fax: 07072 3120



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Zum Artikel

Sehr geehrte Damen und Herren der Südwestpresse http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Begeisterte-und-Betrogene-303154.html


bitte veröffentlichen Sie diese Stellungnahme ihrer Aktualität wegen in morgiger Zeitungs-Ausgabe:



Was der 
Artikel treffend beschreibt, ist die Stimmung unter den für S21 Verantwortlichen: »mies und unversöhnlich«. Richtig: Anlässlich einer »Grundsteinlegung« will heute kein Aufrichtiger zum Bahnchef in die Grube absteigen; jeder ahnt, es wird eine Grabsteinlegung. 

Begeisterte, das mögen Technik-Fanatiker sein und ein paar wenige, die an dem Projekt Geld verdienen. Gehört zu den letzteren vielleicht sogar der Autor des Artikels? Bezeichnet er doch die festgefahrene Baustelle als »unumkehrbar«, die Bürgerbewegung dagegen aber als »unpolitisch und hasserfüllt«. 

Betrogene sind leider all seine Leser, denn er verfälscht nicht nur Baukosten von möglicherweise zehn auf »derzeit mehr als sechs Milliarden« und die Zahl der Demonstranten von knapp tausend auf »an die hundert«. Andreas Böhme verschweigt auch die ehrenamtliche Arbeit unzähliger munterer, politisch hochmotivierter Bürger, die Auswege aus der Sackgasse S21 konstruktiv aufzeigen. 

Die Blickrichtung dieses Aktionsbündnisses heißt »
Umstieg 21«. In der gleichnamigen Broschüre zeigen ausgewiesene Experten, wie die Stuttgarter Baugruben und Logistikflächen verkehrstechnisch und städtebaulich umgenutzt werden können, so dass morgen schon ein modernes Wohnviertel »die Neue Prag« neben einem ertüchtigten Kopfbahnhof entstehen kann. 

Auf der schrägen Betonplatte, in die Dr. Grube heute einen »Grundstein« versenken lässt, wird niemals ein Bahnhof stehen. Selbst der Präsident des Eisenbahn-Bundesamts nennt die fehlgeplante Durchgangsstation bestenfalls einen »S-Bahn-Haltepunkt« (Gerald Hörster am 16.3.16 im Deutschen Bundestag). 


Ist Andreas Böhme überhaupt auf besagter 338. Montags-Demo gewesen? Seine Wahrnehmungen davon erscheinen mir als internem Zeugen jedenfalls wie »Böhmesche Dörfer«. Schade, wenn ein Leitartikel aus solch einem einseitigen Blickwinkel daher kommt.


mit freundlichen Grüßen
Thomas Felder

Musik&Wort
Stöffelburgstr. 2
72770 Reutlingen
fon/fax: 07072 3120


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Zum Blog vom 25.7.2016:

Zur Weiterleitung an 

Herrn Prof. Georg Fundel
Geschäftsführer der
Flughafen Stuttgart GmbH
Postfach 23 04 61
70624 Stuttgart 

mit der Bitte um Eingangsbestätigung:

  Reutlingen, den 25. Juli 2016


Lieber Georg,

seit unserer Jugendzeit, als wir noch zusammen in der Lauter badeten und täglich im selben Bus zur Schule fuhren,
isch an Haufa Wasser da Bach na!

Zuletzt erlebte ich Dich im Fernsehen bei der so genannten Geissler-Schlichtung als Fürsprecher der »wichtigeren Bahnkunden, nämlich derjenigen mit den berühmten Aktenköfferchen« und bei so genannten Tunneltaufen, die ich mit einer übergroßen Pfaffenpuppe als Protestant am Rande begleitete. 

Du hast erhebliche Summen locker gemacht, damit die »besseren Leute« irgendwann einmal in acht Minuten aus dem Stuttgarter Talkessel im ICE durch den Fildertunnel zum Flughafen sausen können, dann allerdings in sechsundzwanzig Meter Tiefe aussteigen und weitere fünf bis sieben Minuten über Rolltreppen und Aufzüge noch einen viertel Kilometer zu Fuß bis zum Terminal marschieren müssen. Die Schnellzüge würden einmal pro Stunde fahren, das Ticket nach heutigem Tarif mehr als 14 Euro kosten.

Alternativ zu diesem schwer genehmigungsfähigen, da brandgefährlichen unterirdischen Milliar­den­projekt könnte man heute schon per S-Bahn dreimal pro Stunde auf bestehenden Gleisen mit Panoramablick auf die Stadt über die Gäubahn direkt zum Terminal verkehren – ohne Fußmarsch! Fahrzeit: zwanzig Minuten inklusive Zwischenhalt Stg.-Vaihingen – für 4 Euro das Ticket.

Meine Fragen an Dich: Kanntest Du letztere Alternative? Wenn ja – wer oder was bewegte Dich zum Tunnelprojekt? Würdest Du es bei heutigem Kenntnisstand über Kosten und Nutzen noch einmal befürworten? Interessiert Dich das 
Projekt Umstieg? Wenn ja – schicke ich Dir gerne die aktuelle Broschüre dazu.

mit herzlichen Grüßen
Thomas Felder



Johannes, der Tunneltäufer


Mein Name ist Johannes,
Der Tunneltäufer bin ich.
Johannes, jawohl, der kann es,
Er fehlt bei keinem Tunnelanstich.
Bomben, Raketen und Drohnen,
Schiffe, Maschinengewehr,
Kaufhäuser, Kanonen
Und dergleichen mehr...
Wo immer ein großes Geschäft geht
Mit dem ganz großem Geld,
Wo immer Mammons Fahne weht,
Dahin werd’ ich bestellt.

Hosianna, Hosianna!
Aus der Tiefe ruf’ ich, Herr mein Gott zu Dir.
Aus der Tiefe, aus der Tiefe
Schrei’ ich meine Bitte hier:
In die Tiefe, die dunkle schiefe,
Stoß’ mich nicht, erbarme Dich über mir!

Heute lädt die Deutsche Bahn
Mich nach Stuttgart ein:
Der Tunnel- und Maschinenwahn,
Er will gesegnet sein.
Auf Stuttgart-Einundzwanzig
Ruht Mammons Segen schon,
Als Mammons Diener pflanz’ ich
Auch Bäume auf Beton.
Bei jedem Bäumchen macht’s »Rumms«,
Wenn ich es mit Wasser benetz’,
Ich tauf’ es nach dem Wachstums-
Beschleunigungsgesetz.

Hosianna, Hosianna!...

Es gab hier mal Demonstranten,
Die strömten in den Park.
In ihren Herzen brannten
Noch Lichter, hell und stark.
Da kam ich mit meinen Kollegen –
Verkleidet als Polizei;
Wir brachten ihnen den Segen
Mit Wasserwerfern bei.
So ist das mit der Seele:
Wer sie nicht rasch verkauft,
Dem wird sie auf der Stelle
Mit hartem Strahl getauft.

Hosianna, Hosianna!...

Die Tunnelbohrmaschine,
Das ultrageile Teil –
Bei Vetterle – und Cousine –
Symbol für Glück und Heil!
Wer so ein gewaltiges Ding dreht,
Dem taufe ich es gern.
Und wenn ich noch dazu sing’, steht
Es –  unter Mammons Stern.
Der glitzert mit drei Strahlen
Silbern verchromt im Kreis;
Und viele Menschen zahlen
Ihm einen hohen Preis.

Hosianna, Hosianna!...

Ich trete vor die Kulisse,
Mit Werbung schön präpariert,
Werf’ mich vor Mammons Füße,
Dann wird die Taufe zelebriert.
Die Bahn stellt die Kulissen,
Ich steh als Pfaffe davor,
Fühl’ mich total beschissen –
Wie ein Torwart beim Eigentor.
Geschlagen hebe ich die Hände hoch –
Mit Bäffchen, im Talar,
So gebe ich am Ende noch
Das Äffchen am Altar.

Hosianna, Hosianna!...

Aus der Bibel kann ich nicht ablesen,
Welche Tunnelbohrung richtig ist.
Aber Stuttgarter Tunnel sind Wesen,
Die der Mammon nie vergisst.
(Er spricht:)
»Lasst alle Tunnel zu mir kommen
Und wehret ihnen nicht«.
Mammon befiehlt den Frommen:
»Mal alle vor mein Angesicht!
Wer mein Reich nicht empfängt wie die Gruben,
Der fällt nie hinein.
Der mag in Gottes Stuben
Auf ewig selig sein!«

Hosianna, Hosianna!...

© Thomas Felder Musik&Wort


Predigt und Choral zur „Tunneltaufe“ am 10. Juli 2014

Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh.8,12) Thomas Felder zur Filder-Tunneltaufe am 10. July 2014
Liebe Protestanten, evangelisch-, katholisch- oder anders Gläubige!
Im hellen Tageslicht, unterbrochen durch kurze Tunnelabschnitte und mit herrlichen Ausblicken auf das Panorama der Stadt Stuttgart könnte ab sofort ein Schienenbus den Zubringer-Betrieb vom Hauptbahnhof über die Gäubahn direkt zum Flughafen-Terminal aufnehmen. Achtzehn Minuten würde diese Fahrt dauern, die Gleise liegen bereit; aber die Deutsche Bahn AG verweigert ihren Lokführern die Genehmigung zu einer Probefahrt. Würde sie nämlich stattfinden, eine solche achtzehn-minütige Probefahrt im Panorama-Shuttle-Service, so wäre dieser Tunnel-Anstich, vor dem wir hier stehen – mitsamt seinem so erotisch und potent anmutenden Bohrer – ein Kuriositäten-Museum. Doch es gehört zum System Stuttgart 21, die Menschen hinter das Licht zu führen und die Ideen heller Köpfe zu vertuschen und totzuschweigen.
Getrieben von Eitelkeit, Habsucht und Geltungsgier versammeln sich heute zum fünften Mal prominente Politik- und Wirtschaftsvertreter in der Finsternis des Projekts Stuttgart 21. Sie sammeln sich zu einer »Tunneltaufe« unter dem Segen der Kirche. Mit Finsternis, da meine ich nicht allein die Lügenpropaganda, die Korruption, die brutale Gewalt, auf der das Projekt fußt, die Finsternis in den Herzen derer, die ihre Keile treiben um unser Volk zu spalten und zu verwirren. Ich meine auch ganz konkret die Finsternis in einem Tunnelgebäude, dessen Anfang und Ende noch weit entfernt sind von einer Genehmigung nach geltendem Baurecht. Der Bahnhof, in den dieser Tunnel einmünden soll, er wurde 26 Meter tief und 250 Meter weit entfernt vom Flughafen-Terminal geplant. Ein unnötiger, u. U. gefährlicher Fußweg, der die Zeitersparnis der Tunnelsause wieder völlig zunichte macht – ganz zu schweigen vom Brandschutz, zu dem seit über 12 Jahren kein Experten-Team irgendeine zündende Idee vorlegen kann. Die heutige feierliche »Tunnel- taufe« ist also – wie alle vier vorangegangenen – eine reine Machtdemonstration, die keinen anderen Zweck hat als klar zu stellen, wess’ Herren Knechte wir gefälligst sein sollen.
»Eine Tunneltaufe hat einen hohen symbolischen Wert!« So der Stuttgarter Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung. Mit dem Begriff der Taufe aber verbinden Christen in aller Welt ein Sakrament; eine heilige Handlung, in der ein Mensch in die Gemeinde Jesu Christi aufgenommen wird. Das evangelische Kirchenrecht verbietet ausdrücklich jede so genannte Realbenediktion. »Nur Personen können mit Gottes Geist und Gnade gesegnet werden«, heißt es da; »alle Realbenediktionen derart, dass Sachen mit übernatürlichen Kräften begabt werden, sind grundsätzlich als dem Gebiet des Aberglaubens und der Zauberei angehörend zu verwerfen.« Auch kennt die Evangelische Kirche außer ihrem Herrn Jesus Christus keine anderen Heiligen. Dies unterscheidet sie von der katholischen Kirche, die Bergleute dem Schutz der heiligen Barbara anvertraut und kein Problem damit hat ihr Holzbildnis mit Weihwasser zu besprengen.
Die S21-Werbeagentur arbeitet seit Anbeginn in enger Partnerschaft auch mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zusammen. So positionierten sich der Kirchenrat und das Diakonische Werk bereits im Jahr 2009 als flammende Befürworter des Projekts werbewirksam neben dem Aufsichtsrat des hier herrschenden Tunnelbohrkonzerns in der Hochglanzbroschüre »Das neue Herz Europas«. Die Agentur stellt heute zum fünften Mal ihre wohlpräparierte Kulisse mit den Emblemen der Deutschen Bahn Mobility Networks Logistics. Und zum fünften Mal stellt sich auch heute wieder ein evangelischer Pfarrer im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes vor diese Kulisse und erhebt seine segnenden Hände unter der Überschrift »Tunneltaufe«. Allein das Bild, das er mit dieser Geste abliefert, müsste ausreichen, ihn mit sofortiger Wirkung seines Pfarramtes zu entheben.
Aber das Gegenteil ist der Fall: Zum wiederholten Mal wird heute ein Pfarrer zur Durchführung einer Veranstaltung abkommandiert, die er selbst für äußerst fragwürdig hält. Würde er diesen Dienst aber verweigern, so hätte er mit empfindlichen Sanktionen zu rechnen – seine Karriere bekäme einen Knick. Die Kirchenleitung missbraucht also ihre Geistlichen zu einem Götzendienst am schnöden Mammon und nötigt sie zum Tanz um das goldene Kalb S21. Statt einer Glaubensgemeinschaft haben wir es mit einer wirtschaftsfördernden, staatstragenden Behörde zu tun. Ihre Aufgabe besteht darin, den Geld- und Machtzuwachs einer geschlossenen Gesellschaft abzusegnen, deren auserwählte Vertreter sich zur Stunde hier unten im Tunnelmund tummeln – hermetisch abgeriegelt von der Polizei.
Als nicht ordinierter Laienbruder trete ich heute im großen Talar vor diese Bau-Löwen-Grube um zu predigen: Ich schäme mich für meine Kirche! Ich schäme mich dafür, dass meine Kirche das Licht des Lebens verleugnet und in der Finsternis wandelt. Ich schäme mich, dass sie sich den herrschenden dunklen Mächten nicht nur unterordnet, sondern diese sogar noch tatkräftig bestärkt und abtauft. Ich schäme mich, dass meine Kirche mit den Wölfen heult und das Geschwätz der Mehrheit nachplappert, statt dass sie sich nach der Wahrheit erkundigt und die Wahrheit auch verkündigt. Herr, lass Dein Angesicht über uns leuchten... Chor: »Damit wir klug werden«
Damit wir klug werden © Thomas Felder Musik&Wort
Herr, lass Dein Angesicht über uns leuchten. Schenk uns den Frieden und die Kraft, Die wir in dieser Stadt so nötig bräuchten, Wo Lug und Trug es schon geschafft,
Dass wir wie Hasen mit stummem Mund Starren in einen gierigen Schlund, Den wir anbeteten und – ach, den wir tauften, Dem wir Dein Licht, unsre Seelen verkauften. Herr, lass uns klug werden in Deiner Gnade!
Gib uns den Glauben, der Daniel rettete, Der in der Löwen Grube stand, Bis ihn sein König am Morgen loskettete, Als er ihn munter und fröhlich fand. Auch wenn die Mehrheit Augen verschließt, Gieß Deine Wahrheit, damit sie sprießt.
Hilf uns hegen Deine zärtliche Pflanze In Deinem Lichtertanz, in hellem Glanze, Damit wir klug werden in Deiner Gnade.
Mach Deine Kirche zum Diener der Armen, Denn Du siehst wohl, wess’ Herren Knecht Still sich bemüht um Dein Heil, Dein Erbarmen; Zwei Herren dienen, das geht schlecht.
Löse uns aus dem Filz fremder Macht, Sei unser Feuer in kühler Nacht, Wo wir uns auch an dem Gedanken erwärmen Sterben zu müssen im Getöse, im Lärmen, Damit wir klug werden – dank Deiner Gnade.


Rede in Esslingen auf dem Rathausplatz am 24. Mai 2014

Ich wurde gebeten davon zu berichten, was ich mit der Kirche in Sachen Stuttgart 21 erlebt habe. Dazu muss ich noch einmal in Erinnerung rufen, dass dieses Projekt in den einundzwanzig Jahren seiner Entstehungsgeschichte zu keinem Zeitpunkt einer ernsthaf- ten sachlich – geschweige denn fachlich unabhängigen Prüfung hat standhalten müssen. Die verantwortlichen Fachleute wussten seit Anbeginn, dass die größte Baustelle Europas auch eines der größten volkswirtschaftlichen Desaster unseres Kontinents werden wird – ganz abgesehen von der sozialen Katastrophe, die es auslöst... Ein Desaster allerdings, an dem sich ein paar wenige »Clevere« eine goldene Nase verdienen können.
»Cash in the Täsch is the Name of the Game«.

Nun: Wer sich eine goldene Nase verdienen will, der muss andere an der Nase herum- führen, sonst klappt das nicht. Dazu ein kleines Märchen von Dietrich Kittner:
»Es war einmal ein Mann, der hatte durch seiner eigenen Hände Arbeit sehr viel Geld verdient. Morgen erzähle ich euch ein anderes Märchen«. Um auf Stuttgart 21 zurück zu kommen: Das ganze Projekt fußt auf einer raffiniert ausgeklügelten Propaganda-Kampagne. Von der Idee wurde es zu einer Ideologie – ja zu einem Glaubensbekenntnis hochstilisiert. Erich Honnecker hätte sich die Finger geleckt, wäre ihm ein vergleichbares Netzwerk an Propagandisten zur Seite gestanden. Was dem alten Erich und seinen DDR-Bonzen nämlich gefehlt hat, das waren die Kirchen. Schließlich haben die regelmäßigen Montags-Gebete ein gut Teil dazu beigetragen, dass diese Episode deutscher Geschichte auch – Gott sei Dank – im Abfalleimer der Geschichte gelandet ist.

Ganz anders liegen die Dinge bei S21: Kaum waren die »unumkehrbaren« Verträge abge- schlossen, da saßen die Kirchen mit im Boot. Hochwürdige Kirchen-Vertreter wurden zu so genannten Informationsveranstaltungen eingeladen und von den angeblichen Vorteilen des Projekts überzeugt. Wer nicht davon überzeugt war, wurde darauf eingeschworen, wenigstens den Mund zu halten. Im Jahr 2009 erschien eine Hochglanzbroschüre mit dem Titel »
Das neue Herz Europas«. Sie lag palettenweise in den Rathäusern im Land, in öffentlichen Gebäuden und auf den Bahnhöfen aus. In der Broschüre überboten sich ranghohe Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Industrie in feurigen Parolen für das Projekt. Ich habe mir die Protagonisten interessehalber einmal angeschaut. An erster Stelle – wen wundert’s – Lothar Späth, damals schon seit elf Jahren Aufsichtsrats- Vorsitzender der Tunnelbohrmaschinenfabrik Herrenknecht. Davon stand natürlich nichts in der Broschüre zu lesen, wohl aber sein Titel: »Ministerpräsident a. D.«. Warum er ADE sagen hat müssen damals – wir erinnern uns dunkel.

Der Schlag hat mich dann getroffen, als ich weiter blätterte. An zweiter Stelle nämlich, gleich hinter Lothar Späth, positionierte sich eine mir bis dato unbekannte Frau gleich mit zwei schwergewichtigen Amtstiteln:
»Kirchenrätin und Vorstand Diakonisches Werk«. Ich schrieb mehrere Briefe an die Evangelische Landeskirche und an ihre diakonische Schwester-Gesellschaft. Ich fragte an, wie es dazu kommen konnte, dass die Kirche an einer derart beispiellosen Werbekampagne ganz vorne mitzieht – ob etwa eine Spende geflossen sei? Als Antwort kam die barsche Zurechtweisung, ich solle meine üble Unterstellung zurücknehmen. Dabei hatte ich gar nichts unterstellt, nur gefragt.

Vielleicht trug meine Einlassung dazu bei, dass der Landesbischof eine Presse-Erklärung herausbrachte, in der er betonte, die Kirche verhalte sich
neutral zu dem Projekt. Wie es um die kichliche Neutralität jedoch bestellt ist, zeigen die so genannten Tunneltaufen, von denen bisher drei gefeiert wurden – im Namen der Kirchen und im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Nach der zweiten dieser unterirdischen Veranstaltungen wollte ich wissen, ob das nun so weiter gehe: Die Kirche liefert ihre geist- liche Liturgie auf Bestellung – und vor der präparierten Kulisse der Deutschen Bahn Network Mobility Logistics, in geschlossener Gesellschaft, hermetisch abgeriegelt von der Polizei. Am Freitag vor dem letzten Weihnachtsfest wollte ich wissen, ob weitere »Tunneltaufen« vorgesehen sind. Der kirchliche Pressesprecher wörtlich:»Da ist nichts vorgesehen. Da war nie ‘was vorgesehen, da ist nichts vorgesehen«.

Aber schon kurz nach Neujahr verschickt der Projektsprecher Wolfgang Dietrich seine Einladungen zur nächsten »Tunneltaufe« an auserwählte Pressevertreter. Zur kirchlichen Segnung wird als ordinierter Vertreter der Evangelischen Landeskirche der ehemals Esslinger Pfarrer
Romeo Edel angekündigt. Und Pfarrer Edel – er kommt. Im schwarzen Talar mit schneeweißem Beffchen erhebt er seine segnenden Hände unter der doppelten Überschrift: »Tunneltaufe, Tunneltaufe, Deutsche Bahn Network Mobility Logistics«. Für diese Geste, für dieses Bild hat man ihn bestellt. Was er sagt, spielt keine Rolle,in der Zeitung steht zu lesen: Romeo Edel hat den Tunnel getauft. So wird öffentliches Bewusstsein geprägt – seit Anbeginn – und die Kirche spielt mit.

In zwei ausführlichen, persönlichen Gesprächen mit Romeo Edel und mit dem Landes- bischof Frank Otfried July habe ich klar gemacht:
Ich schäme mich für meine Kirche. Sie hat einen solchen Lakaiendienst nicht nötig. In derartigen Werbeveranstaltungen hat die Kirche schlichtweg nichts zu suchen! Ihre Botschaft ist klar und eindeutig: Tut Buße, kehrt um! Niemand kann zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon. Und der lebendige Gott, er begegnet uns nicht als Golbal Player im Rausch des Profits und der Hochge- schwindigkeit – nein; er begegnet uns als Kind in der Krippe, im Stall von Bethlehem.

Der
Deutsche Evangelische Kirchentag wird nächstes Jahr, im Frühsommer 2015 wieder in Stuttgart gefeiert – unter der Losung aus dem 90. Psalm »Damit wir klug werden«. Im Hinblick auf diese Groß-Veranstaltung möchte ich ein Gebet sprechen: Herr, lass Dein Angesicht über uns leuchten. Schenk uns den Frieden und die Kraft, die wir in dieser Stadt so nötig bräuchten, wo Lug und Trug es schon geschafft, dass wir wie Hasen mit stummem Mund starren in einen gierigen Schlund, den wir anbeteten und – ach, den wir tauften, dem wir Dein Licht, unsre Seelen verkauften. Herr, lass uns klug werden in Deiner Gnade. weitere Strophen und Melodie siehe extra Lied-Blatt: Damit wir klug werden.

Lied:
DamitWir Lied

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Brief an Bischof July am 17. 12. 2013:

Sehr geehrter Herr Landesbischof Dr. July,

nachdem Sie auf meinen offenen Brief nicht reagiert haben, machte ich mich gestern zusammen mit der Pfarrfrau Dorothee Esche auf den Weg nach Stuttgart, um für eine kirchliche Aufklärung der Vorgänge vom 4.12.13 zu demonstrieren. Warum schweigt die Kirche zum Missbrauch der Taufe? Wo bleibt die versprochene Rüge für einen Pfarrer, der
im Namen der Kirchen und des dreieinigen Gottes eine Veranstaltung eröffnet, die nicht nur S21-Gegner beleidigt? Auch »ganz normale« Kirchgänger, die nach landesbischöflichem Vorbild keine Stellung beziehen, sind empört und in ihrem religiösen Empfinden zutiefst verletzt.

Unsere Aktion hilft dabei ein gewisses Maß an Heiterkeit in die Diskussion zu bringen. »Lasset die Tunnel zu mir kommen und wehret Ihnen nicht«... Viele unterschiedliche Kommentare drangen an meine Ohren beim gestrigen Aktionstag, den Manfred Grohe fotografisch dokumentierte (siehe Bild). Ein Passant meinte schmunzelnd: »So ein Großprojekt braucht halt auch einen großen Pfarrer«. Als solcher verkleidet möchte ich am kommenden Freitag um 12 Uhr mittags vor Ihrem Amtssitz Gänsheidestr. 4 eine »S21-Tunneltaufe« symbolisch nachspielen. Frau Esche und verschiedene Medienvertreter werden mich begleiten und das Geschehen dokumentieren.

Ich lade Sie herzlich dazu ein aktiv an dem kleinen Happening teilzunehmen und öffentlich Stellung zu beziehen. Über Ihre kurze Rückmeldung würde ich mich freuen.
Anlagen: 1. JPG Foto, 2. PDF Offener Brief, 3. PDF Presseerklärung

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Felder



Leserbrief an den Landesbischof Dr. July, Blog vom 10.12.2013


Sehr geehrter Herr Landesbischof Dr. July, 
Als Nebelkerze hat sich entlarvt, was Sie mir am 23. 8. 2010 haben ausrichten lassen: »Zum Projekt Stuttgart 21 wird die Landeskirche keine Stellung beziehen. Sie würde Öl ins Feuer gießen, wenn sie sich im Diskurs auf die eine oder andere Seite schlagen würde«. Sie selbst haben das »Schweigen« auf Ihre Kirchenfahne geschrieben und versprachen »alles zu rügen, was den Konflikt schürt«. Doch mehren sich die Anzeichen, dass Ihre öffentlichen Verlautbarungen diametral dem widersprechen, was hinter verschlossenen Türen abgekartet wurde und wird. Ich habe den Verdacht, die Evangelische Landeskirche Württemberg arbeitet seit Anbeginn aktiv am Projekt mit! Es fing an mit der Propaganda von Frau Heike Baehrens, die sich als »Kirchenrätin und Vorstand Diakonisches Werk« werbewirksam für S21 in Szene setzte. Wo blieb da Ihre Rüge? Aus blieb sie! Kein einziges Mal musste sich Frau Baehrens verantworten – schon gar nicht bei ihrer feierlichen Verabschiedung aus kirchlichen Ämtern und Würden vor wenigen Wochen. Sie haben den Skandal nicht nur geduldet und ausgesessen sondern durch Unterlassung wissentlich verschlimmert.
Inzwischen ist gang und gäbe, dass Pfarrer im Namen der Kirchen als Hauptakteure bei Veranstaltungen mitwirken, die an Geschmacklosigkeit und Gotteslästerung kaum zu überbieten sind – so genannte Tunnel-Taufen. Allein schon die Bezeichnung erinnert an Götzendienst im finstersten Sinne des Wortes. Was hier geschieht, hat mit einer Taufe im Sinne Jesu Christi nichts mehr zu tun. Es sind Machtdemonstrationen im Dienst einer hochkriminell organisierten Mafia, die unsere Gesellschaft wie ein bösartiges Krebsgeschwür durchwuchert. Wenn schon Regierungsvertreter nicht mehr zu dem stehen können, was sie vor ihrer Wahl versprochen haben, sollte wenigstens die Kirche das Wort-Halten vorleben. Meine Fragen an Sie: Wurden Sie über die »Tunneltaufen« informiert? Haben Sie solche gebilligt? Falls nicht – schauen Sie sich das Video an http://youtu.be/XLCXDJgVcVc. Ich erwarte Ihre sofortige Stellungnahme, in der Sie sich vom Schmierentheater S21 öffentlich distanzieren! 
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Felder


Montagsdemo 16.9.2013

Felder 16-8
sechzehn minus acht

Zum Blog vom 25. Juli 2013:

kirchlicher Segen für die Neubaustrecke

Sehr geehrte Damen und Herren von der Presse,

bitte geben Sie Herrn Pfarrer Jörg Schaber, Wiesensteig 
ev.pfarramt.wstg@online.de die Chance, auf meinen unten lila abgedruckten, offenen Brief offen zu antworten. Die Evangelische Landeskirche Württemberg hat sich ostentatives Schweigen zum »Bahnprojekt Stuttgart-Ulm« auf die Fahnen geschrieben. Letzten Freitag schickte sie einen Dorfpfarrer um es medienwirksam abzusegnen. Oder handelte Jörg Schaber wie Heike Baehrens (Kirchenvorstand Diakonie) als »Privatperson«? 

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Felder


Sehr geehrter Herr Pfarrer Schaber,

aus der Presse erfuhr ich von Ihrem Auftritt am vergangenen Freitag im Rahmen der Feierlichkeiten um den Tunnelanschlag für die geplante Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm, welche die Fahrzeit um 30 Minuten verkürzen soll. Sie hätten das Projekt zusammen mit S21-Pater Maile gesegnet, hieß es.

Mit wenigen hundert Millionen Euro könnte auch die Bestandstrecke für moderne Schienenfahr­zeuge von derzeit 55 auf 45 Minuten Fahrzeit ertüchtigt, und in einen umsteigefreundlichen integralen Taktfahrplan eingebunden werden. Die Filstal-Strecke hat an der Geislinger Steige kurz einmal 22,5 Promille Steigung, während auf der geplanten Neubaustrecke insgesamt ca. 300 zusätzliche Höhenmeter in langen, bis 35 Promille steilen Tunneln zu überwinden sein werden. Der zusätzliche Strombedarf für die heutige Zahl an Personenzügen liegt in der Größen­ordnung des Bedarfs Ihrer ganzen Gemeinde Wiesensteig samt umliegenden Dörfern. Ein Güterzug wird nie dort fahren, da unwirtschaftlich. Jeder Personen-Einzelfahrschein Stuttgart-Ulm wird in dem von Ihnen abgesegneten Zukunftsmodell mit ca. 25 Euro aus öffentlichen Kassen subventioniert werden müssen.

Ich möchte Sie fragen: Haben Sie sich über diese Fakten schon einmal Gedanken gemacht? Wenn ja: Wie bringen Sie diese in Einklang mit dem christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung, des Friedens und der Gerechtigkeit? Was hat die Kirche auf einer solchen Baustelle zu suchen? Bitte haben Sie Verständnis, dass ich das Schreiben wegen seiner Brisanz auch an die Presse weiterleite.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Felder

Anlage: Prof. Bodacks Beitrag zur Fachtagung TEN (Transeuropäische Verkehrsnetze) in Innsbruck vom 5. Juli 2013.


HahnSig
fon/fax 07072 3120
www.thomas-felder.de

BriefAnSchaber

Alternativ TEN-T

Antwort:

Am 25.07.2013 um 10:05 schrieb Ev. Pfarramt Wiesensteig:
Sehr geehrter Herr Felder,

mit etwas Verwunderung habe ich Ihre Mail zur Kenntnis genommen.
Wir haben in einer Tunnelfeier um Gottes Segen für die Arbeit an einer Baustelle gebeten, die von öffentlicher Hand und demokratisch legitimiert in Auftrag gegeben wurde.
Das ist kein kirchlicher Segen für ein Projekt, sondern die Bitte um Gottes Segen, dass er die Mitarbeiter in dieser Arbeit, die durchaus mit großen Gefahren verbunden ist, bewahrt.
 
Dazu halte ich einen Segen für christlich geboten.
 
Mit freundlichem Gruß
Jörg Schaber
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Erwiderung von Thomas Felder:

Lieber Herr Schaber,

ein Pfarrer, der bei solch einem Medienspektakel auftritt müsste eigentlich wissen, dass er da nicht bloß um den Segen für die Arbeit der armen Kumpel bittet. Schön wär's und gönnen tät' ich's Ihnen ja von Herzen. Aber hier sind Kräfte am Werk, die schierer Habsucht und dumpfem Größenwahn entspringen. Ein ganzes Volk kann solchem Triebe erliegen – wie wir bei der so genannten Volksabstimmung vor zwei Jahren erlebt haben. Im Rausch glaubt und stimmt eine Mehrheit dafür, sechzehn minus acht sei zweiunddreißig. Nach dieser neuen Formel entsteht ein moderner Wurmbau zu Babel, da rechnet keiner mehr nach. Es wird gebuddelt – Gott segne die Arbeit der Maulwürfe! Freilich können die nichts dafür. Sie sind froh um jeden Job, auch wenn er gefährlich ist und darüber hinaus tief greifende soziale, ökonomische und ökologische Verwerfungen produziert.

Die Augen für letzteres zu öffnen wäre Aufgabe eines Nachfolgers Jesu Christi, der die Wucherer aus dem Tempel peitschte. Offenbar wollen Sie, lieber Herr Schaber gar nicht über den Tellerrand menschengemachter (Un)-Ordnungen hinaus schauen. Blind folgen Sie den »demokratisch legitimierten« Veranstaltern der »öffentlichen Hand« und erheben Ihre kirchlich legitimierten Hände mit der Bitte um Gottes Segen für die Handlanger derer Machenschaften. Keine Silbe des Zweifels finde ich in Ihrem Brief – vermutlich war auch keine solche in Ihrer Segens-Ansprache. Sie scheinen sehr überzeugt zu sein von dem Menschenwerk gegen die Natur. »Mit etwas Verwunderung« mögen Sie dann wohl auch zur Kenntnis nehmen, wenn ich Gott darum bitte: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Mit freundlichem Gruß
Thomas Felder


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Zum Blog vom 20.07-2013 Mitteilung an die Presse:


Sehr geehrte Damen und Herren,

heute kam handsignierte Post von S21-Projektsprecher
Wolfgang Dietrich. Auf meine Frage nach der Betriebssicherheit im geplanten Stuttgarter Schiefbahnhof schreibt er wörtlich, ein halbes Dutzend Sicherheitssysteme werde dafür sorgen, dass ein haltender Zug selbst unter ungünstigsten Umständen während des Ein- und Ausstiegs der Fahrgäste in Bewegung kommen kann.

Natürlich verspricht der Kontext seiner Ausführungen das Gegenteil. Aber so, wie ein Projekt-Sprecher und Vorstands-Vorsitzender selbst beim amtlichen Schreiben gelegentlich zum
Projekt-Versprecher wird, kann auch einem gestressten Lokführer einmal ein Fehler unterlaufen. Ich halte die Zeilen des Herrn Dietrich für eine kriminelle Verharmlosung der tatsächlichen Gefahren. Er treibt ein verantwortungsloses Spiel mit dem Leben der Fahrgäste; sein scheinbarer Versprecher trifft leider genau den Kern der bitteren Wahrheit.

In Köln, Kornwestheim-Feuerbach und anderswo
sind Eisenbahnwagen unkontrolliert abgefahren. Meiner Frage, ob dies stimme, weicht er aus und verweist auf eine ständig wachsende Zahl von Sicherheitssystemen, auf technischen Fortschritt, Behördeneifer etc. Menschliches Versagen wird gar nicht thematisiert in seinem Schreiben  – aber er ver-schreibt sich und demonstriert damit selber ungewollt die verheerenden Folgen seiner eigenen Fahr-Lässigkeit. Lesen Sie selbst, der Original-Schriftverkehr ist beigefügt.

Einen unfallfreien Sommer wünscht
Thomas Felder

HahnSig

fon/fax 07072 3120
www.thomas-felder.de
AnDietrich

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An Ministerpräsident Kretschmann, 12.6.2013
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An Finanzsminister Dr. Schmid
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Thomas Felder
Stöffelburgstraße 2 72770 Reutlingen fon/fax: 07072-3120
Thomas Felder Musik&Wort Stöffelburgstr. 2, 72770 Reutlingen
Musik&Wort
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg z. Hd. Herrn Dr. Nils Schmid
Neues Schloss
Schlossplatz 4

70173 Stuttgart
Betreff: Kosten für »Stuttgart 21« / Feststellungsklage
Sehr geehrter Herr Dr. Schmid,
11. 06. 2013
als Mitglied der Mössinger und Reutlinger Aktionsgruppe für »K21« schreibe ich Ihnen heute auch im Namen vieler anderer, heute nicht anwesender Gleichgesinnter:
Wir begrüßen die Gespräche der Landesregierung mit Bahnchef Dr. Grube, der einen großzügigen Geldregen für Bahnprojekte in Baden-Württemberg ankündigte. Im Dunkel ließ Herr Grube allerdings, aus welchem Hut er diese Mittel zaubern will. »S21« wurde mit keiner Silbe erwähnt. Nun hat der selbe Herr vor geraumer Zeit aber auch deutlich gemacht, dass er in etwa drei Jahren das Land auf Beteiligung an den Mehrkosten für das aus dem Ruder gelaufene Projekt verklagen wird.
Um dieser Drohung weiterhin »gelassen entgegen sehen« zu können, gibt es für Sie als Verantwortlicher für unsere Finanzen nur eine einzige Möglichkeit, nämlich die sofortige Negativ-Feststellungsklage. Wir brauchen endlich Rechtssicherheit, ob unser Land der Bahn noch etwas schuldet oder nicht, denn es ist ja so sicher wie das Amen in der Kirche, dass erneut die Hand aufgehalten wird, sobald die Tunnelbohrer im Berg stecken.
Unsere Frage an Sie: Wann wird die längst überfällige Klage endlich eingereicht? In Erwartung Ihrer baldigen, geschätzten Antwort zeichnen Stellvertreter/Innen für
viele Interessierte auf Seite 2 dieses Briefes. Mit freundlichen Grüßen
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Seite1
UnterzeichnerInnen der Briefs vom 11.06.2013 an Finanzminister Dr. Nils Schmidt
Name/Beruf / Adresse / Unterschrift:

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Zum Blog vom 15. Mai 2013 Offener Brief an die Grünen

Am 14.05.2013 um 15:20 schrieb Thomas Felder:


Liebe, von mir einst gewählte Grüne,

auf seiner Website unter 
http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/120117/ äußert sich das grüne Verkehrsministerium unserer Landesregierung zur Leistungsfähigkeit der geplanten achtgleisigen Haltestelle Stuttgart Schiefbahnhof im Vergleich zum bestehenden Hauptbahnhof mit siebzehn ebenen Gleisen und großflächigen Bahnsteigen – barrierefrei – auch für Rettungsfahrzeuge leicht zugänglich. Dass die eng konzipierte, quer ins Grund- und Abwasser versenkte Haltestelle nur über Treppen und Aufzüge in heillosem Gedränge erreichbar sein würde, spielt im regierungsamtlichen Leistungsvergleich keine Rolle. Der Mensch verschwindet gänzlich in rein technokratischer Betrachtung. Was hat er auch dort noch zu suchen, wo es nur darum geht möglichst viele Züge durch Tunnels zu jagen? »Griddische Bekleidung« taufte man die neue Arbeitsweise – oder habe ich da etwas falsch verstanden? 

Betet an die Tricks der Bahn! 

Tanja hat's nicht besser 'tan –
Ja, doch ehrlicher war sie,
Dummheit laut zum Himmel schrie. 
Winnie – nun Strategian –
Schau'n wir sein Gesülze an:

Allein die Halbierung der Gleiszahl und eine noch drastischere Verkleinerung der Bahnsteigfläche lässt bei jedem vernunftbegabten Wesen die Alarmglocken läuten. Eine verantwortungsbewusste neu gewählte Regierung hätte als erste Amtshandlung eigene, unabhängige Studien in Auftrag gegeben, um den von der Bahn selbst intern beschlossenen Rückbau als solchen öffentlich zu entlarven und vom höchsten Gericht verbieten zu lassen. Ein derart massiver, vernichtender Eingriff in funktionierende Infrastruktur ist kein Kavaliersdelikt sondern ein Verbrechen, an dem sich Winfried Kretschmann mit seinem medienwirksam inszenierten JA zum Ergebnis des so genannten Stresstests bereits vor der so genannten Volksabstimmung mitschuldig gemacht hat. Die »VA« selber verkam durch sein Verhalten zur Farce. 


Nun paradiert auch der Verkehrsminister vor den Schön-Rechnern der Bahn mit dem Mantra »16-8=32« und verweist seriöse, von jedermann nachvollziehbare Untersuchungen, u.a. die der Expertengruppe Vieregg&Rössler, ins Reich der Spekulation. Die wissenschaftlich fundierte Analyse von Dr. Engelhardt erscheint mit keiner Silbe; auch die praktisch erprobte, täglich und pünktlich gefahrene Bahnhofsleistung der Jahre 1970 und 1939 wird verschwiegen. Gänzlich ohne Bedeutung erscheint unserem Herrn Minister die Tatsache, dass die zu erwartenden Personenströme auf den viel zu engen Bahnsteigen der geplanten Haltestelle gar keinen Platz finden – geschweige denn im Fall einer Brandkatastrophe schnell genug evakuiert werden können. Ebenso versteckt Hermann das kriminelle Gleisgefälle (mit 15,143 ‰ mehr als sechsfach über dem zulässigen Grenzwert von 2,5 ‰) unter seinem »griddischen Bekleidungsstück«. 


Sein raffiniert aufgesetztes, im Sinne der Bahn maßgeschneidertes Pamphlet täuscht das ahnungslose Wahlvolk mit einem Fazit frei nach Walter Ulbricht: 
»Niemand hat die Absicht einen Rückbau zu errichten«. 

Nach dem ersten Winnie hat nun auch der zweite mein Vertrauen verspielt. Was bleibt, ist die quälende Frage: Welche Macht ist es, die zwei unlängst noch integre Menschen binnen so kurzer Zeit zu Handlangern, ja zu Stiefelleckern der Mafia mutieren lassen? Wer setzt da unseren beiden Winnies die Flinte auf die Brust? Wer oder was hindert sie die Wahrheit zu sagen, die sie bestens kennen und dafür auch einmal gekämpft haben? Gibt es noch jemanden unter den alten Grünen FreundInnen, der oder die mir dazu etwas sagen kann? Ich würde mich freuen.


Mit freundlichen Grüßen von Thomas Felder


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Post vom 11. 03. 2013 als Leserbrief
(modifiziert auch an die Landes-Grünen Bad.-Württemberg)

Der Sebastian-Blau-Preis und die neue CD »von wegen« haben bewirkt, dass neben festlichen Privatveranstaltungen auch wieder öffentliche Konzerte bei mir gebucht wurden, u.a. für die »Landes-Gartenschau« und die »Heimattage« unseres Landes Baden-Württemberg.

Meiner Heimat fühle ich mich mehr denn je verbunden und verpflichtet, stehen die Signale doch derzeit auf einem Kurs der Verheerung, wie wir sie in den Nach-Kriegs-Generationen noch nie erlebt haben. Was uns von Seiten der noch amtierenden Bundesregierung aufs Auge gedrückt wird, gleicht einem Kriegsschauplatz. Statt Panzer sollen Bagger, Tunnelbohrer und täglich 2400 Lastwagen unsere Landeshauptstadt in einen Jahrzehnte andauernden Ausnahmezustand versetzen. Die Lunge wurde der Stadt schon herausgeschnitten. Nun soll ihr pulsierendes, gesundes Herz durch einen künstlichen Engpass ersetzt werden. Schon heute erleben die Bahn-Reisenden einen Vorgeschmack. Ihre Lebenszeit, die sie durch Verspätungen, Umwege und Ärger während der Rückbau-Phase opfern, übertrifft die versprochenen Minuten-Gewinne des Betrugs-Projekts um ein Vielfaches. 

Unser »Landesvater«, dem ich vor 33 Jahren mein Zünglein geliehen habe, damit er den Einzug in den Landtag schafft, er mutiert zu einem »klaren Befürworter« dieses Szenarios. Letzte Woche posierte er medienwirksam mit dem südbadischen Muster-Unternehmer Martin Herrenknecht und bewunderte die Spitzentechnologie seiner 5000-PS-Bohrer, um anschließend noch im Adler mit Herrenknecht und Lothar Späth ein Viertele zu lupfen. Letzterer ist enger Vertrauter des Konzernchefs und dessen Aufsichtsrat. Meinen Leserbrief, den ich aus gegebenem Anlass heute verfasst habe, dürfen Sie gerne weiter verbreiten – auch an die Grüne Parteispitze. Viel Vergnügen und beste Wünsche aus Reutlingen.


Fatale Signale!


Wess' Herren Knecht unser »Landesvater« in Wirklichkeit ist, muss er nach seinem possierlichen Besuch beim südbadischen Tunnelgräber nun bald klar stellen. Bleibt er auf seinem Erfolgskurs mit »Dicke-Bretter-Bohren«, oder hat er sich schon als »Späth-Berufener« zu den S21-Grufties gesellt? Geld verweigern, aber »klar zum Projekt stehen« kann nur ein »Grätsch-Mann«, der sich wie Rumpelstilzchen mitten entzwei reißt und schließlich im verbohrten Milliardenloch versinkt.

Minister-Präsident heißt Oberster Knecht und Diener; in unserem Fall Diener eines betrogenen Volkes, das im vorletzten Jahr ein Lügengespinst abgenickt hat, und dem dies gerade wie Schuppen von den Augen fällt. Inzwischen weiß jeder, dass der viel zu eng geplante Schiefbahnhof gegenüber dem heutigen integralen Taktverkehrsknoten bestenfalls eine Vorort-Haltestelle werden kann – mit horrendem Gefahrenpotenzial für Leib und Leben einer viertel Million Reisender jeden Tag.


Solch ein Rückbau unserer Infrastruktur ist mit keinem Gesetz vereinbar, schon gar nicht mit einer manipulierten Volksbefragung, die sich längst als Makulatur erwiesen hat. Auch wenn man noch so viele Milliarden hineinpumpt – Murks bleibt Murks. Herr Kretschmann, Sie haben die Richtlinienkompetenz. »Richlingskompetenz oder Rieslingskompetenz«? Nein, Herr Ministerpräsident, es heißt »Richt-Linien-Kompetenz«. Südbadischer Wein in Ehren – aber Sie bestimmen die Richtung der Politik! Haben Sie das kapiert? Also, wess' Herren Knecht sind Sie nun? Wir warten auf ein Signal. 


Thomas Felder
HahnSig
fon/fax 07072 3120
www.thomas-felder.de